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Zweifel am Ausstieg der EZB aus dem Krisenmodus


Dienstag 30.11.2010 - Rubrik: Wirtschaft



Mit Spannung wird die Sitzung der EZB am Donnerstag erwartet. Wird die EZB einen Kurswechsel verkünden oder ihre bisherige Politik beibehalten? Die Krise in den Euroländern ist groß, Griechenland und Irland haben ihre schweren Milliardenhilfen schon erhalten. Als nächster Kandidat steht Portugal in den Startlöchern und über Spanien wird schon spekuliert. Die Schuldenkrise in der Eurozone hat fatale Auswirkungen, nicht nur für die betroffenen Länder selbst, sondern für alle Euro-Staaten, denn das Vertrauen in einen starken und stabilen Euro schwindet mehr und mehr. Die nächste Sitzung der EZB mit großer Spannung erwartet, doch die Meinungen gehen auseinander.


Liquiditätshilfen ab 2011 zurückfahren?

Die Meinungen über die Entscheidung der EZB am Donnerstag gehen auseinander. Nur eine knappe Mehrheit der internationalen Banken erwartet, dass die EZB an ihrer Geldpolitik nichts ändern wird und zunächst eine weitere Entwicklung der Schuldenkrise abwartet. Knapp 47% der Banken erwarten, dass die EZB an ihrer Politik festhält und die Liquiditätshilfen Anfang des Jahres 2011 zurückfahren wird. Ökonomen erwarten, dass nicht mehr die Forderungen der Banken erfüllt werden, unbegrenzt Geld zu einem niedrigen Leitzins leihen zu können, sondern dass die EZB eine von ihr festgelegte Summe versteigern wird. Nachdem sich die Lage im Frühjahr 2010 nach der Griechenland-Krise wieder beruhigt hatte, galt es eigentlich als ausgemacht, dass die EZB an ihrer Ausstiegsstrategie festhalten würde. Nachdem aber nun auch Irland gewaltige Hilfen beantragt und erhalten hat, ist das weitere Vorgehen der EZB noch nicht sicher.


Unsicherheiten an den Märkten

Die Märkte sind verunsichert und instabil. Die Unklarheiten über das Vorgehen der EZB tragen zu einer weiteren Instabilität bei, es besteht die Gefahr, dass es zu weiteren Turbulenzen an den Märkten kommen wird. Die Notenbank in der Zwickmühle, einerseits wächst die Wirtschaft, die Zahlen sind gut. Dies würde dafür sprechen die ursprünglichen Pläne fortzusetzen und aus den Liquiditätshilfen langsam auszusteigen. Auf der anderen Seite kann aber noch niemand mit Sicherheit sagen wie sich die Schuldenkrise auswirken wird, welche Folgen die Wirtschaft zu tragen hat. Dieser Umständ würde dafür sprechen erst einmal abzuwarten und weiterhin unbegrenzt Geld zu einem niedrigen Leitzins zu verleihen. Die EZB Sitzung am Donnerstag dürfte genauso zweigeteilt sein, wie die Meinungen der internationalen Banken und Experten. Die Unsicherheit an den Märkten hat schon dazu geführt, dass die EZB weitere Staatsanleihen kaufen musste. Musste, weil dies widerwillig geschah und eigentlich so nicht vorgesehen war. Nicht nur irische Banken überleben nur noch mit Hilfe der EZB-Liquidität, auch andere europäische Banken sind abhängig von den enormen Hilfen. Währungshüter fordern aber endlich Hilfen seitens der Staaten. Nachdem die Banken schon so viel Geld gegeben haben, sind nun endlich die Regierungen an der Reihe marode Staaten zu stützen und zu sanieren.


Wie geht es weiter und wie sehen die Forderungen aus?

Nachdem die EZB schon widerwillig griechische und portugiesische Staatsanleihen in Höhe von 713 Millionen Euro gekauft hat, fordern Experten nun, dass die EZB jetzt schon Staatsanleihen des maroden Spanien kaufen soll. Der Kauf der Staatsanleihen aus finanzschwachen Ländern stützt indirekt deren Finanzlage. Mit dem Kauf spanischer Staatsanleihen würde die EZB ein deutliches Signal in Richtung Entschlossenheit setzen und außerdem weiteren Brandherden vorbeugen. Die Krise in Europa sollte durch ein aktives und entschlossenes Handeln der EZB unter Kontrolle gebracht werden. Experten schätzen, dass die EZB nicht tatenlos zusehen wird wie sich der Krisenherd in Kerneuropa fortsetzen wird. Bundesbank Präsident Weber ist diesbezüglich anderer Ansicht. Seiner Überzeugung nach wird sich die EZB nicht an weiteren Rettungskäufen beteiligen. Der Rettungsschirm müsse ausreichen, um die insgesamt vier angeschlagenen Staaten zu retten. Ein weiteres Eingreifen seitens der Europäischen Zentralbank sei nicht von Nöten. Wird sich die EZB mit Präsident Trichet der Meinung des Bundesbank Präsidenten anschließen oder den Kurs einschlagen, den andere Ökonomen und Experten fordern? Auch der deutsche Commerzbank-Volkswirt Schubert spricht sich gegen weitere Hilfen der EZB aus und setzt auf die zunehmende Stabilität der Wirtschaft. Ein schrittweiser Ausstieg aus den Liquiditätshilfen sei durchaus machbar. Insgesamt bleibt es aber bei der Erwartung und auch Hoffnung, dass die EZB bei ihrer Vollzuteilung bleibt und den geplanten Ausstieg noch einmal verschieben wird. Man darf gespannt sein wie sich die EZB am Donnerstag entscheiden wird.



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