Kostenloses Girokonto Übersicht Newsartikel Rubrik Wirtschaft Was kostet Deutschland die Eurokrise
Freitag 26.11.2010 - Rubrik: Wirtschaft
Deutschland hat sich in der Griechenlandkrise als ein äußerst spendables EU-Mitglied erwiesen. Und nun darf die Regierung ihre Spendierhosen erneut anziehen und Irland unter die Arme greifen. Die Finanzpolitik hat sich für die Rettungspakete direkt noch ein neues Schlagwort einfallen lassen, Alternativlos wird die Situation genannt. Europa hängt dicht zusammen, würde ein EU-Land die Finanzkrise nicht überleben, hätte dies fatale Folgen für alle EU-Mitgliedsstaaten. Einige Mitglieder der Währungsunion sind zu schwach, so wird es zumindest genannt, wenn Länder wie Griechenland und Irland Milliardenhilfen benötigen. Spanien und Portugal sind diesen beiden Ländern schon dicht auf den Fersen, denn der Zeitpunkt wann auch diese beiden Länder Finanzhilfen benötigen, ist absehbar. Die schwachen EU-Länder müssen gerettet werden, egal was es kostet, jede Rettungsmaßnahme ist billiger, als der finanzielle Ruin der betroffenen Länder.
Wer bezahlt die Milliardenhilfen tatsächlich?
Die so genannten Rettungsschirme sind gigantisch, allein Deutschland hat sich in der
Griechenlandrettung mit über 100 Milliarden Euro beteiligt und nun ist Irland an der
Reihe. Die Kanzlerin zeigt sich großzügig und propagiert die Finanzhilfen, auch gegen den
Willen der Länder, denn zumindest Irland hat lange gezögert. Verständlich, denn die irische
Regierung bangt um ihre Unabhängigkeit, will sich politisch nicht diktieren lassen vom großen
Geldgeber. Die Iren selbst fürchten um ihren niedrigen Einkommenssteuersatz. Und die
Deutschen? Der Steuerzahler zahlt die Milliardenhilfe, doch wirklich konkret kommt dies
nicht zur Sprache. Dies hat auch seine guten Gründe, denn die Finanzhilfen werden wohl
Standard werden. Die Reise führt zu dauerhaften Finanzhilfen, dies ließen die Staaten schon
verlauten. "Permanenter Krisenmechanismus" wird der Vorgang genannt, um das System EU am
Leben zu erhalten. Die Währungsunion wird mit sehr, sehr viel Geld am Leben gehalten, die
finanzschwachen Länder künstlich beatmet. Einen anderen Weg sieht die Europäische Zentralbank
nicht. Selbstverständlich wird diese Geldpolitik nur von ganz oben diktiert, abstimmen
lassen können die Geldgeberländer nicht, denn dauerhaft würden die Bürger der Geldgeberländer
ganz sicher nicht ihre Zustimmung geben.
Das „Neue Europa“ und seine Investmententscheidungen
Was können Anleger tun, um ihre Gelder zu sichern und die Mehrbelastungen auszugleichen?
Global denken und handeln, das „Neue Europa“ nutzen und sich Investmententscheidungen
umkehren. Zukünftig dürfte die Devise nicht mehr lauten, Staatsanleihen finanzkräftiger
Haushalte zu besitzen, sondern viel mehr genau umgekehrt zu handeln und auf stark verschuldete
Haushalte zu setzen. Klingt ein bisschen wie verkehrte Welt, ist aber eigentlich ganz simpel.
So lange Haushalte wie Griechenland und Irland mit so viel Geld unterstützt werden, gleicht
sich die Kreditwürdigkeit dank der Finanzhilfen wieder aus und die Zinsen steigen auch
automatisch wieder in den Ländern, deren Anleihen zuvor eigentlich nicht mal mehr das Papier
wert waren, auf dem sie gedruckt wurden. Staatsanleihen mit niedrigen Zinsen? Nein, das
neue geflügelte Wort für deutsche Anleger wird in Zukunft „Schuldtitel kaufen“ heißen. Mit
der zunehmenden Verstärkung der EU-Gemeinschaft und der finanziellen Abhängigkeit
untereinander, gleicht sich zukünftig das Risiko an und die damit auch die Renditen.
Risikofreudige Akteure an den Finanzmärkten haben mit ihren Handlungen den Zins für deutsche
Staatsanleihen schon die Höhe getrieben. Auch hier man wieder den Eindruck der verdrehten
Welt, in den vergangen Jahren trieben Finanzkrisen den Zins nach unten, nun wird mit Krisen
spekuliert und die Spekulationen treiben den Zins nach oben. Anleger sollten deutsche
Staatsanleihen verkaufen und stattdessen Anleihen der Peripheriestaaten kaufen. Die Deutsche
Bank Tochter db-x trackers hat schon reagiert und bietet schon passende Pakete für den
Privatanleger an. Im Angebot ist nun ein Anleihenkorb mit hoch verzinsten Papieren der
finanzschwächeren Staaten. Auch die Commerzbank Tochter nutzt die Situation, um mit den
Schulden anderer Länder Geschäfte zu machen. Sie ermöglicht mit einem Short-Bund-Future-Fonds
eine Wette auf weiter steigende Zinsen für deutsche Schuldtitel. Und wer ganz mutig ist, setzt
direkt auf Griechen- oder Irenbonds.
Das „Neue Europa“ und seine Investmententscheidungen
Was können Anleger tun, um ihre Gelder zu sichern und die Mehrbelastungen auszugleichen?
Global denken und handeln, das „Neue Europa“ nutzen und sich Investmententscheidungen
umkehren. Zukünftig dürfte die Devise nicht mehr lauten, Staatsanleihen finanzkräftiger
Haushalte zu besitzen, sondern viel mehr genau umgekehrt zu handeln und auf stark verschuldete
Haushalte zu setzen. Klingt ein bisschen wie verkehrte Welt, ist aber eigentlich ganz simpel.
So lange Haushalte wie Griechenland und Irland mit so viel Geld unterstützt werden, gleicht
sich die Kreditwürdigkeit dank der Finanzhilfen wieder aus und die Zinsen steigen auch
automatisch wieder in den Ländern, deren Anleihen zuvor eigentlich nicht mal mehr das Papier
wert waren, auf dem sie gedruckt wurden. Staatsanleihen mit niedrigen Zinsen? Nein, das
neue geflügelte Wort für deutsche Anleger wird in Zukunft „Schuldtitel kaufen“ heißen. Mit
der zunehmenden Verstärkung der EU-Gemeinschaft und der finanziellen Abhängigkeit
untereinander, gleicht sich zukünftig das Risiko an und die damit auch die Renditen.
Risikofreudige Akteure an den Finanzmärkten haben mit ihren Handlungen den Zins für deutsche
Staatsanleihen schon die Höhe getrieben. Auch hier man wieder den Eindruck der verdrehten
Welt, in den vergangen Jahren trieben Finanzkrisen den Zins nach unten, nun wird mit Krisen
spekuliert und die Spekulationen treiben den Zins nach oben. Anleger sollten deutsche
Staatsanleihen verkaufen und stattdessen Anleihen der Peripheriestaaten kaufen. Die Deutsche
Bank Tochter db-x trackers hat schon reagiert und bietet schon passende Pakete für den
Privatanleger an. Im Angebot ist nun ein Anleihenkorb mit hoch verzinsten Papieren der
finanzschwächeren Staaten. Auch die Commerzbank
Tochter nutzt die Situation, um mit den
Schulden anderer Länder Geschäfte zu machen. Sie ermöglicht mit einem Short-Bund-Future-Fonds
eine Wette auf weiter steigende Zinsen für deutsche Schuldtitel. Und wer ganz mutig ist, setzt
direkt auf Griechen- oder Irenbonds.
Alles ganz ohne Risiko?
Hört sich alles ganz toll an, hohe Renditen werden zugesichert, selbst die Investmentbank
Goldmann Sachs spitzte schon die Ohren, als man Irlandpapieren mit Renditen zwischen sechs
und acht Prozent sprach. Die Spekulationen auf die Euroland-Transferunion versprechen viel,
aber alles ganz ohne Risiko? Man hatte sich doch fest vorgenommen keine zweite Finanzkrise
zuzulassen und nun spekuliert man in diesem Ausmaß mit den Schulden anderer Länder? Natürlich
ist ein Risiko möglich, kaum eine Geldanlage mit so hohen Renditen ist risikolos. Was
passiert, wenn es in den Geldgeberländern zu massiven Protesten kommt? Was passiert, wenn
der Steuerzahler nicht mehr bereit ist die Schulden anderer Länder, die überwiegend durch
Misswirtschaft und hoch spekulative Geschäfte entstanden sind, zu zahlen? Würde dieser Fall
eintreten, wären Staatsbankrotte nicht mehr auszuschließen. Aber wenn ein oder zwei EU-Länder
fallen, wie viele Länder fallen mit? Möglich wäre ein Auseinanderbrechen der gesamten
Währungsunion und die jetzt hoch gehandelten Staatsanleihen würden in den Keller fallen.
Am Ende stellt sich wieder einmal die Frage, ob es nicht doch sicherer ist auf weniger Rendite
zu setzen und dafür risikoloser sein Geld anzulegen.
Stabilitätspakt- wo ist er hin?
1999 mussten alle Staaten, die den Euro einführen wollten, den Stabilitätspakt unterzeichnen.
Die Staatsschulden durften nicht höher sein als 60 Prozent des Jahres-Bruttoinlandsprodukts.
Die jährliche Neuverschuldung durfte die drei Prozent Grenze nicht überschreiten. Sanktionen
gegen Länder, die gegen den Pakt verstoßen hatten, waren möglich, wurden aber nicht verhängt.
Stattdessen einigte man sich auf Milliarden schwere Staatshilfen für Länder in der Krise. Die
teuren Rettungsschirme sollen künftige Staatspleiten verhindern. Dabei wurde natürlich
festgehalten, dass eine „begrenzte Vertragsänderung" möglich sei, die keiner Volksentscheide
bedürfte. Die Neuverschuldung Irlands beträgt aktuell das Zehnfache der ursprünglich angedachten
drei Prozent. Und dabei wollen Irland und Griechenland natürlich möglich wenig in ihrem System
ändern und sich so wenig Vorschriften wie möglich beugen. Der Rettungsschirm hingegen wird aber
dankend angenommen, die Milliarden nimmt man, die damit verbundenen Pflichten will man nach
Möglichkeit unterwandern und Spekulanten nutzen die Pleiten, um aus dem Ganzen noch Kapital zu
schlagen. Es bleibt abzuwarten wie lange sich die Bürger der zahlenden Staaten noch „an der Nase
herum führen“ lassen.
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