Kostenloses Girokonto Übersicht Newsartikel Rubrik Wirtschaft Konjunkturdaten in Deutschland mit düsteren Aussichten
Freitag 09.09.2010 - Rubrik: Wirtschaft
Am gestrigen Donnerstag, 08.09.2011, wurde die EZB Sitzung mit Spannung erwartet. Viel Neues gab es nicht, wie viele Experten und Ökonomen schon erwartet haben, verbleibt der Leitzins bei 1,5%. EZB-Präsident Trichet lehnte eine Senkung des Leitzinses ab, sieht aber ebenfalls sorgenvoll in die Zukunft. EZB-Präsident Trichet sieht "Abwärts-Gefahren" für den Euro-Raum. Die Ökonomen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) äußerten sich ebenfalls sorgenvoll und prognostizierten einen deutlichen Abwärtstrend für die deutsche Wirtschaft im Herbst. Trifft die Prognose der OECD tatsächlich ein, dann ist Deutschland im Winter das Schlusslicht der Industrienationen. Vor allem vor einbrechenden Exportzahlen wird gewarnt, die voraussichtliche Prognose sieht nicht gut aus. Deutschlands Wirtschaft werde spätestens im 4.Quartal um 0,3% einbrechen. Sah es doch Anfang des Jahres noch so gut aus, im 1.Quartal freute man sich über ein Wirtschaftswachstum von 1,3%, klang die Freude schnell wieder ab, denn schon kurz darauf stagnierte die Wirtschaft und nun droht sogar ein Abschwung.
Deutsche Wirtschaft leider unter schwacher Weltwirtschaft
Trifft womöglich ein, was schon vermutet wurde, aber niemand wirklich laut aussprechen wollte? Ziehen
schwache Länder Deutschland in den Abgrund? Fakt ist, die deutsche Wirtschaft leidet massiv unter
einer schwachen Weltwirtschaft. Obwohl man sich im 2.Quartal 2011 aus deutscher Sicht noch gegen
den allgemeinen Trend stemmen konnte, scheint dies mehr und mehr nicht mehr zu gelingen. "Vor einem
Monat waren die Wachstumsrisiken aus unserer Sicht ausgeglichen. Jetzt sehen wir Abwärts-Gefahren
für das Wirtschaftswachstum", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Und davon ist auch Deutschland
betroffen. In den USA diskutiert man schon darüber, ob der gesamten Volkswirtschaft eine erneute
Rezession droht, das Wachstum im Euro-Raum ist beängstigend schwach. Christine Lagarde, die Chefin
des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte neue Konjunkturprogramme gefordert, um die Wirtschaft
zu unterstützen. In Deutschland lehnt man neue Konjunkturprogramme, die nur mit neuen Schulden
finanziert werden müssten, zum jetzigen Zeitpunkt ab.
Inflation erreicht erneut Jahreshoch
Die Inflationsrate liegt seit Jahresbeginn beständig über der Zwei-Prozent-Marke, bis zu der die
Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. Im August liegt die Inflationsrate bei
2,4%, noch schneller stiegen die Preise zuletzt vor drei Jahren. Für das kommende Jahr gibt sich die
EZB optimistisch. Aufgrund der schwachen Weltwirtschaft werden die Preise für Rohstoffe im nächsten
Jahr sinken. Dies werde sich dann auch wieder mit einer Abflachung der Inflationsrate bemerkbar
machen. EZB-Präsident Trichet geht davon aus, dass schon nächstes Jahr eine Inflationsrate unter 2%
erreicht werde. Die Preise für Nahrungsmittel steigen sehr zum Ärger der Verbraucher erneut stark
an. Die Hoffnung sinkender Rohstoffpreise teilt auch der Großhandel. Er verspricht sich von sinkenden
Preisen eine anziehende Nachfrage und hofft auf einen stärkeren Umsatz.
Europa kämpft gegen die Schuldenkrise
Unterdessen kämpft man in Europa weiter gegen die Schuldenkrise. Frankreich hat als erstes Land die
Zustimmung für das nächste Rettungspaket für Griechenland gegeben. In Deutschland will man erst Ende
September abstimmen und nutzt die verbleibende Zeit für heiße Diskussionen im Bundestag. Bundeskanzlerin
Merkel und Finanzminister Schäuble werben mit eindringlichen Worten für die Zustimmung im Bundestag. Die
Opposition nutzt die Lage unterdessen um mit scharfen Worten gegen die Pläne Merkels vorzugehen. Eine
wirkliche Lösung hat aber noch niemand gefunden, auch europaweit noch nicht. Während in einigen Ländern
noch debattiert wird, haben sich Spanien und Italien drastische Sparpakete verordnet. Die Sorge ist
groß, dass die aktuellen Sorgenkinder Griechenland und Portugal ihre Schulden nie zurückzahlen können.
Doch was passiert dann? Auf diese Frage hat niemand eine befriedigende Antwort, immer noch spielt alles
auf Zeit. Mittlerweile wird offen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone diskutiert.
Euro-Befürworter lehnen dies strikt ab und prognostizieren ein Gesamtaus für den Euro. In Griechenland
sperrt sich die Bevölkerung weiter gegen die geplanten Sparmaßnahmen und setzt die Regierung mit Streiks
unter Druck. Doch diese braucht spätestens Mitte Oktober wieder Geld, sonst droht erneut eine Staatspleite.
Den europäischen Geldgebern ist das Sparpaket aber nicht drastisch genug, sie beklagen die mangelnden
Anstrengungen des Landes. Irgendwie erinnert die gesamte Situation an eine ähnliche Situation vor ein
paar Monaten. Es fließt kein Geld,
wenn Griechenland sich nicht an die Sparpläne hält. Am Ende floss doch Geld, aber Griechenland hat kaum
Fortschritte vorzuweisen. Droht man eben weiter mit einer Staatspleite, dann wird schon Geld kommen.
Man braucht Zeit, ein mittlerweile altbekannter Satz im Zusammenhang mit der europäischen Finanzmisere.
| Vorherige Seite: Zeitschrift Finanztest vergleicht Dispozinsen | Nächste Seite: 30 Millionen EU-Bürger ohne Girokonto |