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Inflationsangst treibt Zinsen in die Höhe


Freitag 04.02.2011 - Rubrik: Wirtschaft



Das Thema Inflation ist brandaktuell, die Preise in Deutschland steigen, allein im Januar dieses Jahres zogen die Preise um 1,9% an, das sind 0,2% mehr als im Dezember. Im Dezember 2010 lag die Teuerungsrate noch bei 1,7%. Die Signale einer Leitzinserhöhung aus Brüssel werden immer stärker, Experten vermuten, dass die EZB sehr bald handeln wird, um die steigende Inflation zu bremsen. Doch nicht nur auf die Verbraucherpreise wirkt sich die Inflation aus, auch die Zinsen sind betroffen. Für den Anleger stellt sich die Frage nach Tagesgeld, Festgeld oder doch eher Staatsanleihen? Die höheren Renditen sollen den Geldwertverlust ausgleichen, doch welche Anlage lohnt sich wirklich? Anleger freuen sich über die steigenden Zinsen, ob Tagesgeld, Festgeld oder Staatsanleihen, die Zinsen klettern. Baufinanzierungen hingegen werden teurer, für potenzielle Bauherren bedeutet die Zinssteigerung nichts Gutes.


Das Tagesgeld

Monatelang war beim Tagesgeld kaum Bewegung zu sehen, doch plötzlich ziehen die Zinsen an. Wer sein Guthaben auf dem Girokonto oder dem Sparbuch liegen hat, tut gut daran über die Eröffnung eines Tagesgeldkontos nachzudenken. Ab morgen, 1.Februar 2011, wird es bei für das Tagesgeldkonto der Targobank 1,2% Zinsen statt wie bisher 1% Zinsen geben. Dieser Zinssatz gilt für Laufzeiten zwischen 7 und 29 Tagen. Abhängig von der Laufzeit gewährt die Targobank aktuell den Spitzensatz von bis zu 4,15%. Spitzenreiter ist aktuell die Allianz Bank, für einen Tagesgeldkonto Betrag von 20.000 Euro gibt es hier immerhin 2,3% Zinsen. Der Anleger hat nun die Wahl, wählt er ein Tagesgeldkonto mit einer langen Zinsbindungsfrist, drohen ihm möglicherweise Verluste bei weiteren Zinserhöhungen. Auf der anderen Seite aber vermeidet der Anleger mit längeren Zinsgarantien einen Zinsabfall, sollte der Zinssatz nicht weiter nach oben klettern oder stabil bleiben, sondern fallen. Wie risikobereit der Anleger ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.


Die Staatsanleihen

Staatsanleihen sind wenig flexibel und eignen sich kaum für kurzfristige Verkäufe. Hier stellt sich die Überlegung wie viel Realzins übrig bleibt, wenn die Inflation steigt. Staatsanleihen werden aktuell mit einer Rendite von 3,2% verzinst. Abzüglich der Inflationsrate von 1,9% bleibt dem Anleger noch der Realzins in Höhe von 1,4%. Wer seine Papiere liegen lassen kann und die Zeit hat abzuwarten bis sich die Inflationsrate wieder stabilisiert, ist mit dem Kauf von Staatsanleihen sicherlich nicht schlecht beraten. Anleger, die kurzfristig kaufen und verkaufen wollen, sind mit der Tagesgeldanlage sicher besser beraten.


Das Festgeld

Festgeld eignet sich nur für Anleger, die ihr Geld über einen längeren Zeitraum anlegen wollen, ohne die Möglichkeit zu haben flexibel auf Zinsänderungen reagieren zu können. Die Gefahr beim Festgeld, steigt der Zinssatz, hat der Anleger keine Möglichkeit zu reagieren und muss möglicherweise Verluste in Kauf nehmen. Fällt der Zinssatz während der vorher festgelegten Laufzeit, hat der Anleger einen Gewinn gemacht. Festgeld eignet sich in erster Linie für Anleger, die den Markt nicht im Auge behalten möchten und auf eine sichere, aber durchschnittlich verzinste Geldanlage setzen.


Baugeld wird teurer

Anders als Anleger, sind zukünftige Bauherren die Verlierer. Experten erwarten eine weitere Verteuerung des Baugeldes im Laufe dieses Jahres. Wer also in naher Zukunft sein Bauvorhaben plant, sollte seine Baufinanzierung schnell in Angriff nehmen und sich noch halbwegs günstige Bauzinsen sichern. Im letzten Monat ist zehnjähriges Baugeld schon um einen halben Prozentpunkt teurer geworden, erwartet wird eine weitere Verteuerung auf bis zu 4,5%, möglicherweise sogar mehr. Diese Verteuerungsrate kann sich gerade im Bereich Baufinanzierung mit mehreren tausend Euro bemerkbar machen.


Girokonto Zinsen

Die Guthabenzinsen für das Girokonto liegen zwischen 0,1% und bestenfalls bei 2,5%. Das ist ein relativ schlechter Zinssatz, verglichen mit den oben genannten Anlagemöglichkeiten. Aktuell hat eine Berechnung ergeben, dass die Deutschen jährlich 2,5 Milliarden Euro Zinsen verschenken, weil sie ihr Geld auf dem schlecht verzinsten Girokonto liegen lassen, statt ihr Guthaben auf einem Tagesgeldkonto anzulegen. 200 Milliarden Euro bleiben jährlich auf Girokonten und Sparbüchern liegen. Banken und Sparkassen vergeben selten einen Guthabenzins über 0,5% auf das Girokonto. Im Vergleich dazu kann sich der Verbraucher aber durchschnittlich bis zu 2% auf einem Tagesgeldkonto sichern, ohne dass er an Flexibilität verliert, denn auch das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto ist täglich verfügbar. Die Einlagensicherung greift sowohl für das Girokonto als auch für das Tagesgeldkonto, das Geld des Kunden ist also in beiden Fällen gleichermaßen abgesichert. Wählt der Kunde dann noch ein Tagesgeldkonto mit monatlicher oder vierteljährlicher Zinsgutschrift, kann er gegenüber dem Girokonto und dem Sparbuch jährlich einen ordentlichen Zinsvorteil für sich verbuchen.



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