Kostenloses Girokonto Übersicht Newsartikel Rubrik Wirtschaft Die Integration des Sepa-Verfahrens ab 2013
Montag 30.08.2010 - Rubrik: Wirtschaft
Kaum aus der Wirtschaftskrise heraus, wird der Verbraucher mit neuen Umstellungen konfrontiert, die sowohl kritische als auch positive Stimmen laut werden lassen. Während es in der Vergangenheit eher der Fall war, dass von der EU-Kommission und der Bundesregierung eine einheitliche Meinungen vertreten wurde, verhält es sich bei der Integration des Sepa Verfahrens vollkommen anders.
Die Grundlagen des Sepa-Verfahrens
Die EU-Kommission hat beschlossen, dass spätestens ab 2013 statt der gewöhnlichen
Angabe der Kontonummer und der Bankleitzahl die IBAN und der BIC verwendet werden
sollen - auch national. Das bedeutet, dass das Verfahren, was man bei länderübergreifenden
Transaktionen gewohnt ist, auch bei inländischen Überweisungen angewandt wird. Während der
IBAN, was für International Bank Account Number steht, eine 22-stellige Nummer ist, handelt
es sich beim BIC, die Abkürzung für Bank Identification Code, um nur 11 Stellen. Schon im
September will die EU-Kommission bekannt geben, ab wann genau die Bankleitzahl und die
Kontonummer aus dem Zahlungssystem entfernt werden. Was im ersten Moment für den Verbraucher
umständlich erscheinen mag, stellt sich beim globalen Blick doch als durchaus sinnvoll heraus.
Die Argumente der Kritiker
Sämtliche EU-Mitgliedsstaaten und auch das Parlament sind erfreut über die Möglichkeit, dass
zukünftige Zahlungen ins Ausland vereinfacht werden mit Hilfe der Vereinheitlichung. Auch die
Bundesregierung ist prinzipiell für eine Vereinheitlichung, hat jedoch Bedenken, dass Verbraucher
die Umstellung nicht problemfrei im Alltag aufnehmen. Entsprechend stellt sich die Regierung nicht
gänzlich gegen den Vorschlag, sondern möchte ermöglichen, dass auch weiterhin bei nationalen
Überweisungen die Kontonummer und die BLZ beibehalten werden können. Auch Verbraucherschützer
stützen die Meinung der Regierung und erkennen zwar die Notwendigkeit aber dennoch die Kompliziertheit
der Umstellung. Unter anderem wird beispielsweise angeführt, dass es sich nur um rund einen Prozent
der Transaktionen handelt, die derzeit länderübergreifend sind - reicht das aus, um eine ganze Nation
zeitweilig zu verwirren? Generell ist die Frage, ob diese zwei Hauptargumente gegen eine solche
Umstellung sprechen.
Das Pro - die Fürsprecher
Fürsprecher des Sepa-Verfahrens vergleichen die Phase der Umstellung mit der Vereinheitlichung der
Postleitzahlen zur Zeit der Vereinigung oder die Einführung des Euros. Zu Beginn gab es immer kritische
Stimmen, die sich jedoch nicht gegen die nationalen und insbesondere internationalen Vorteile
durchsetzen konnten - entsprechend spannend bleibt es, ob die aktuellen Bemühungen der Regierung
erfolgreich sein werden.
Die Argumente der Fürsprcher des Sepa-Verfahrens sind durchaus schlagkräftiger. Findet eine
solche Umstellung statt, sind grenzüberschreitende Überweisungen nicht nur sicherer, sondern
auch wesentlich schneller. Hinzu kommt, dass aufgrund der Vereinheitlichung keine zusätzlichen
Gebühren berechnet werden. Da ohnehin das
Onlinebanking selbst vom konservativen Verbraucher
mittlerweile genutzt wird, handelt es sich bei Überweisungen kaum um einen spürbaren Mehraufwand.
Gespeicherte Überweisungsvorlagen und die Festlegung persönlicher Daten sind gleichbedeutend mit nur
wenigen Mausklicks und bedeuten nicht, dass man sich die insgesamt 33 Stellen merken muss. Sollte es
dennoch der Fall sein, sich die IBAN und den BIC merken zu müssen, kann man auch da auf Erfahrungen
der Vergangenheit setzen - entsprechend kommt die Frage bei Fürsprechern auf, ob man sich etwa auch
aufgrund der Länge seine eigene Handynummer nicht mehr merken könne. Eine berechtigte Frage, die wohl
auch von Sepa-Kritikern mit einem Nein beantwortete werden muss.
Die Berechenbarkeit der Politik
Verbraucherschützer und Bundesregierung arbeiten derzeit an Alternativvorschlägen, die eine
Vereinheitlichung zwar ermöglichen, dennoch die Gewohnheiten des Verbrauchers nicht
beeinträchtigen. Finanzexperten vermuten bislang jedoch, dass selbst die Regierung die
erfolgslose Aussicht kennt und diese Meinungsharmonie mit den Verbraucherschützern nutzt, um
das politische Vertrauen der Bürger zu erhalten. Zwar handelt es sich hierbei um ein
berechenbares Verhalten, dennoch ist die Medienwirksamkeit gesichert.
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