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Freitag 13.05.2011 - Rubrik: Wirtschaft
Es ist endgültig die Entscheidung über die Erhöhung des Leitzinses gefallen. Nun machen sich viele Verbraucher, Sparer und Anleger Gedanken, ob und wie die Leitzinserhöhung auch ihre Anlagen betrifft. Japan, Libyen und die Euro-Krise haben ihre Spuren hinterlassen, die EZB will die steigende Preisteuerung mit der Leitzinserhöhung eindämmen, da bleibt Bewegung in den Finanzmärkten nicht aus. Girokontozinsen, Sparbuch, Tages- und Festgeld, wie wird sich die Zinsbewegung auswirken? In diesen unruhigen Zeiten sind Anleger und Sparer vorsichtig geworden und setzen auf Sicherheiten, statt hohe Renditen. Immer noch ist das Girokonto eine äußerst beliebte Anlageform, gleich danach folgen das Sparbuch und das Tagesgeldkonto. Aktuell wird das Geld auf Girokonten und Sparbüchern entwertet, denn die Inflationsrate ist höher als die Zinsen für beide Produkte.
Zinsen kontra Inflationsrate
Die Inflationsrate liegt im März 2011 bei 2,6%, deutlich höher als jeder Zinssatz auf dem Sparbuch
und dem Girokonto. Wer also immer noch auf die beiden klassischen Sparvarianten setzt, verliert
Geld. Und nicht das, der Sparer verliert außerdem die Möglichkeiten Zinseszinsen zu erhalten. Auf
dem Sparbuch werden die Zinsen nur einmal jährlich gutgeschrieben. Im Vergleich dazu, auf einem
guten Tagesgeldkonto werden die Zinsen vierteljährlich gutgeschrieben und so im darauffolgenden
Zeitraum erneut verzinst. Hinzu kommt, dass die Zinsen auf den meisten Tagesgeldkonten variabel
sind, sie können sich wesentlich flexibler ändern als auf einem Sparbuch. Hier findet nur sehr
wenig Bewegung statt. Wird der Leitzins wie vermutet am Donnerstag angehoben, profitiert der
Sparer, denn die Sparzinsen werden steigen. Während Girokonten dem Zahlungsverkehr dienen und
weniger Zinsertrag einbringen, weil das Produkt nicht als Sparprodukt ausgelegt ist, wird das
Tagesgeldkonto mit attraktiven Zinssätzen belohnt.
Zinsverteuerung für Dispokredite
Die Dispozinsen werden deutlich steigen, so zumindest die Meinung vieler Experten. Die Zinsen
für den Dispokredit sind an den Referenzzinssatz gekoppelt und dieser wiederum errechnet sich
aus der Entwicklung des Leitzinses. Infolgedessen wird der
Dispozinssatz mit der Leitzinserhöhung
steigen. Während für Sparer gute Aussichten bestehen, werden Kredite in den nächsten Monaten
teurer. Es kann sich lohnen überzogene Girokonten unter die Lupe nehmen, einen Zahlungsplan
aufzustellen und das Girokonto sobald wie möglich auszugleichen. Ist das Girokonto wieder im
Plus geführt, sollte Erspartes hier nicht geparkt werden. Bei einer Inflationsrate von derzeit
2,6% lohnt sich in jedem Fall ein genauer Zinsvergleich der Anlageformen. Während des für ein
Girokonto im Plus gar keine bis nur magere 1,5% Guthabenverzinsung gibt, kann man mit einem
Tagesgeldkonto bis zu 2,3%,
je nach Anlagesumme auch etwas mehr, Zinsen sichern.
Leitzinserhöhung gut für Sparer, schlecht für Kreditnehmer
Die anstehende Leitzinserhöhung sollten Sparer nutzen, um ihre Produkte noch einmal genau zu
prüfen. Oftmals lohnt es sich, nicht nur auf ein Anlageprodukt zu setzen, der richtige Mix macht
es. Einen Teil des Geldes auf einem Tagesgeldkonto anliegen. Mit dem Tagesgeldkonto kann man
flexibel über sein Geld verfügen und das täglich. Den anderen Teil des Geldes auf einem Festgeldkonto
anlegen. Hier sollte man allerdings die nächsten Wochen noch ein bisschen abwarten und die Zinsentwicklung
beobachten. Steigen die Zinsen wie vermutet in der nächsten Zeit, kann man sich mit einem Festgeldkonto
für die nächsten 5 bis zehn Jahre einen richtig guten Zinssatz sichern. Die Bank of Scotland zahlt
aktuell 4,25% Zinsen auf ihr Festgeldkonto bei 5 Jahren Laufzeit. Mit diesem Zinssatz kann man sogar
die Inflationsrate übertrumpfen und einen Gewinn erzielen. Genau kalkulieren und vergleichen wird
sich in den nächsten Monaten für Sparer garantiert auszahlen. Dies gilt aber auch für Kreditnehmer,
denn die Kreditzinsen werden steigen. Wer vergleicht und die Angebote genau seinen Bedürfnissen
anpasst, kann auch hier mit ein bisschen Glück noch Zinsen sparen. In jedem Fall wird vor
überstürzten Handlungen abgeraten. Geduld zahlt sich aus.
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