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Freitag 27.08.2010 - Rubrik: Tagesgeld
Sparen, aber clever - Status quo und Tipps, um sein Geld ideal anzulegen
Finanzexperten sind sich uneinig - Deflation oder Hyperinflation, Rezession oder Konjunkturaufschwung; jeden Tag werden Verbraucher mit neuen Meldungen versorgt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Preise sinken, die Konjunktur verschwindet im Nichts, und auch die Rendite für Staatsanleihen steuern ein Rekordtief nach dem Anderen an. In der Vergangenheit war schon lange nicht mehr eine solch instabile Wirtschaftslage vorhanden; auch die Informationen über den aktuellen Status schaffen keine Klarheit mehr. Nicht ohne Grund wird der aktuelle Zustand mit der Zeit verglichen, in welcher die Seifenblase der New Economy platzte.
Fakten prüfen und handeln
Aber ist diese Unsicherheit tatsächlich notwendig? Fragt man Experten, sagen diese weder
ja noch nein - Fakt ist, dass das Risiko der Deflation definitiv vorhanden ist. Betrachtet
man die Zahlen der jetzigen Wirtschaft, müssten sich jedoch Verbraucher kaum Gedanken machen.
Handeln ist jetzt gefragt, um sich vom Unmut dieser Zeit nicht abhängig und betroffen zu machen.
Fesselnde Angst trotz bewiesenem Wirtschaftswachstum
Trotzdem, dass sich die Wirtschaft offensichtlich erholt hat, und insbesondere im August
schwarze Zahlen geschrieben wurden, sind Anleger nicht nur zögerlich, nein, die pure Angst
sorgt für fehlende Investitionen. Daraus resultiert eine Kettenreaktion, die im Gesamtüberblick
die eigentlich unnötige Angst zu einem potentiellen und wahren Krisenzustand umwandelt. Fehlende
Investitionen sorgen für niedrige Zinsen, diese wiederum lassen die Aktienkurse in den Boden
fallen, was letztendlich zu einem allgemeinem Wirtschaftstief führt. Paradox ist, dass das alles
nicht sein müsste, da die deutsche Wirtschaft ein Wachstum vorweisen kann, wie schon seit 21 Jahren
nicht mehr. Das was jetzt passiert, ist genau das Gegenteil von dem, was passieren sollte: eine
Konjunktur mit Aufschwung, bestehende Staatsschulden sorgen im Normalfall nicht für fallende sondern
für steigende Zinsen, was jedoch zu einer Wirtschaftserholung führen würde. Auch die Aktien müssten
steigen statt fallen, da die Gewinne der Unternehmen schwärzer nicht sein könnten.
Ökonomische Unwissenheit und Rechercheträgheit
Nun kann man diesen Status quo kritisieren, polarisieren oder eben akzeptieren. Wobei nur
Letzteres dem Verbraucher tatsächlich etwas bringt. Dieser ist unterm Strich nämlich auch der
Verlierer dieses Zustandes, da er zwar Kapital sparen möchte, es jedoch kaum Möglichkeiten
hierfür gibt. Die Finanzprodukte, die angeboten werden, entsprechen eher den Ängsten der
Anleger, weswegen man sein Kapital kaum vermehren kann. Aussitzen heißt es, und das am besten
dort, wo es sicher ist. Das haben zwar die meisten Verbraucher erkannt, dennoch bestimmen
ökonomische Unwissenheit und Recherchefaulheit das Verhalten der Sparer. Wer vorausschauend
anlegt, weiß, dass Vergleiche unumgänglich sind. Selbst wenn man das klassische
Tagesgeldkonto
als Anlageform nutzt, lohnt es sich einen flächendeckenden Anbietervergleich durchzuführen. Im
Zusammenhang mit diesen Recherchen wird man zusätzlich über aktuelle Risiken und Vorsichtmaßnahmen
informiert. Das beste Beispiel, was passieren kann, wenn man unaufgeklärt sein Kapital anlegt und
hierfür das erstbeste Angebot nutzt, ist die in Island ansässige Kaupthing Bank. Noch heute gibt
es Sparer, deren angelegtes Kapital nicht zurückerstattet werden konnte.
Durchschnittwerte der Tagesgeldkonten
Finanzexperten raten, dass man sich an Durchschnittswerten orientiert: Dazu gehört unter
anderem, dass die besten Banken
derzeit bei einem Jahr Laufzeit rund 2 Prozent Zinsen anbieten.
Einer der führenden Anbieter ist bislang die Ikano Bank. Vom Ikea Gründer ins Leben gerufen,
wird das Tagesgeldkonto mit 2,2 Prozent Zinsen angeboten. Bei einer Laufzeit von mehr als zehn
Jahren bieten die meisten Banken im Schnitt vier Prozent Zinsen an. Sollte man als Verbraucher
auf Angebote aufmerksam werden, die weit darüber liegen, ist Vorsicht geboten. Nicht nur dass
man sich grundlegend über das entsprechende Finanzinstitut informieren sollte, nein, auch zwei
Faktoren müssen zunächst geklärt werden. Zum einen ist von Finanzdienstleistern abzuraten, die
nicht zum Einlagesicherungsfond der deutschen Bank gehören. Zum anderen sollten Anbieter
gemieden werden, deren Hauptsitz sich nicht in einem zur Europäischen Union zugehörigen
Staat befindet.
Niemals nur auf ein Pferd setzen
Braucht man sich aufgrund dieser Faktoren keine Sorge über die Sicherheit der Anbieter
machen, ist ein Tipp für Anleger entscheidend: niemals nur ein einziges Tagesgeldkonto für
die Sicherung des privaten Kapitals nutzen. Im Falle einer Pleite erspart man sich somit lange
Zeiten des Ärgerns, wie es derzeit bei den Kunden der Noa Bank der Fall ist. Die Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Pleite offiziell verkündet, weswegen jetzt auch diese
Kunden sich mit zeitraubenden, bürokratischen Abläufen auseinandersetzen müssen. Nur bis zu
einem gewissen Betrag erfolgt die Rückerstattung umgehend. Alles was darüber hinaus ist und
nach einem Zeitraum von sechs Wochen seit Verkündung der Pleite geschieht, sprengt zeitlichen
jegliche Geduld. Dementsprechend raten Experten sein Kapital auf mehrer Finanzdienstleister zu
verteilen. Auch hier gilt es, zunächst über einen kurzen Zeitraum hinweg einen Vergleich
durchzuführen, um das individuell beste Angebot zu finden.
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