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Freitag 13.05.2011 - Rubrik: Tagesgeld
Viele Banken bieten jetzt wieder höhere Tagesgeldzinsen, doch nicht alle Produkte sind bedenkenlos zu empfehlen. Mit der leichten Leitzinserhöhung Anfang April durch die EZB ist nach etwas mehr als einem Jahr auch wieder Bewegung in die Tagesgeldangebote gekommen. Banken und Sparkassen buhlen wieder um das Ersparte ihrer Kunden, doch Ausnahmen und Kleingedrucktes machen einige Tagesgeldangebote unattraktiv. Der Online-Broker Cortal Consors bietet seinen Neukunden nun 2,3% auf das Tagesgeldkonto statt wie bisher 2,1%. Bestandskunden dürfen sich ebenfalls über eine leichte Zinserhöhung freuen, statt wie bisher 1,3% erhalten sie nun 1,5%. Kleine und meist nicht auf den ersten Blick sichtbare Fallstricke sollen den Bestandskunden von einem Wechsel seines Tagesgeldkontos abhalten. Für die Banken rechnet sich diese Taktik, wie am Beispiel der ING DiBa deutlich wird.
Hinhaltetaktik und andere Lockangebote
Die ING DiBa bietet ihren Bestandskunden ebenfalls eine leichte Zinserhöhung, hat diese aber
intelligent hinaus gezögert, Verbraucherschützer sprechen von Hinhaltetaktiken der Banken. Kurz
nach der Leitzinserhöhung sollten die rund 5 Millionen Bestandskunden der ING DiBa Tagesgeldkonten
0,2% mehr Zinsen erhalten. Statt der bisher gezahlten 1,3%, hat die ING DiBa ihren Tagesgeldzinssatz
auf 1,5% erhöht. Aber nicht sofort, sondern erst zum 16.Mai. Das ist durchaus clever für die Bank,
denn in den zwischenzeitlichen fast 5 Wochen zahlt die Bank den alten Zinssatz von 1,3%. Die Taktik
ist relativ einfach, die Bank spart sich in der Zwischenzeit den höheren Zinssatz und will gleichzeitig
ihre Kunden davon abhalten das Tagesgeldkonto zu wechseln.
Auch die Neukundenangebote gehören zu einer beliebten Maßnahme neue Kunden anzulocken, bei den Bestandskunden
aber am Zinssatz zu sparen. Hier macht die Bank of Scotland nach wie vor eine rühmliche Ausnahme,
Bestandskunden wie Neukunden erhalten konstant 2,3% Zinsen auf ihr Tagesgeldkonto. Bei anderen Banken
hingegen ist der Unterschied zwischen Neukunde und Bestandskunde jedoch beachtlich. Beispiel Noris Bank,
ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank. Hier erhält der Neukunde bis zum 31.07.2011 den Aktions-Zins
von 2,11%. Danach gibt es aber nur noch sehr magere 1,1%. Das ist ein Prozentpunkt weniger und deutlich
weniger als zum Beispiel die Bank of Scotland ihren Kunden bietet.
Es wird aber nicht nur zwischen Neu- und Bestandskunde unterschieden, auch der maximale Anlagebetrag
spielt eine Rolle. Einige Tagesgeldanbieter zahlen attraktiven Zinssatz nur bis zu einer bestimmten
Anlagesumme. Darüber hinaus werden dann deutlich weniger Zinsen gezahlt. Eine weitere beliebte Methode
sind so genannte „Koppel-Produkte“. Der Kunde erhält den Zinssatz nur, wenn er sich gleichzeitig für ein
weiteres Produkt entscheidet. Diese Variante wählt zum Beispiel die Targobank. Sie bewirbt ihr Tagesgeldkonto
mit 2,3% Zinsen. Diese erhält der Kunde aber nur, wenn er gleichzeitig ein Girokonto der Targobank eröffnet
und dieses mit mindestens 2.500 Euro regelmäßigem Guthaben. Außerdem wird der Zinssatz nur für 6 Monate
garantiert. Wechselt der Kunde dann sein Targobank Tagesgeldkonto, wird das Girokonto gebührenpflichtig.
Zinserhöhung ohne Wenn und Aber sichern
Bei der Auswahl des Tagesgeldkontos sollte der Kunde in jedem Fall auf die Bedingungen achten, an die
der Zinssatz gekoppelt ist. In Zeiten, in denen die Zinsen für Kredite steigen, kann der Sparer sich
attraktive Zinsen sichern. Diese sollte man sich nicht durch überflüssige Haken in den Angeboten verderben
lassen. In unserem Tagesgeld Vergleich
finden Sie zahlreiche Tagesgeld Anbieter und können schon mit einem
Blick sehen, welche Tagesgeldangebote sich wirklich lohnen. Achten Sie bei der Auswahl des Tagesgeldkontos
auf das Kleingedruckte und wählen Sie ein Tagesgeldkonto, auf dem Zinssatz unabhängig von Bedingungen
vergeben wird.
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