Kostenloses Girokonto P Konto

P-Konto


Die Einführung des P-Kontos


Bereits seit dem 01.07.2010 besteht die Möglichkeit sich ein so genanntes P-Konto bei der Bank zu eröffnen. Das P-Konto bietet verschuldeten Menschen die Möglichkeit frei über einen gesetzlich festgelegten Betrag zu verfügen und diesen Betrag vor dem Zugriff von Gläubigern zu schützen. Die Verbraucherzentrale NRW hat 1 Jahr nach der Einführung Bilanz gezogen und festgestellt, dass die Möglichkeit des P-Kontos kaum genutzt wird. Das Pfändungsschutzkonto ist bei vielen Menschen schlichtweg unbekannt und Banken und Sparkassen tun kaum etwas dafür den Bekanntheitsgrad zu steigern. Doch genau dies wäre eigentlich dringend notwendig, denn zum Ende dieses Jahres laufen andere Möglichkeiten aus, das Konto vor dem Zugriff der Pfändung zu schützen. Bis zum 31.Dezember 2011 hat jeder Kontoinhaber noch die Möglichkeit vom Amtsgericht einen Betrag vom Arbeitslohn von der Pfändung ausschließen zu lassen. Sozialleistungen sind ohnehin pfändungsfrei, wenn sie innerhalb von 14 Tagen nach der Gutschrift auf dem Konto ausgezahlt werden. Beide Möglichkeiten entfallen zum genannten Stichtag, hat der Kontoinhaber sein Konto dann in ein P-Konto umwandeln lassen, läuft er Gefahr, dass Gläubiger sein Konto leerräumen. Das zu Unrecht gepfändete Geld wieder zurück zu holen, kann unter Umständen Wochen dauern, bis dahin müssen aber alle laufenden Kosten weiterhin bezahlt werden.


Definition des P-Kontos

Mit dem P-Konto steht dem Schuldner jeden Monat ein pfändungsfreier Betrag in Höhe von 1028,89 Euro zur Verfügung. Als Einkommen werden berücksichtigt: Arbeitseinkommen, Renten oder Sozialleistungen, Zuwendungen Dritter - etwa Rückzahlungen vom Energieversorger oder Geldgeschenke. Außerdem kann der Schuldner von seinem P-Konto Überweisungen tätigen, wie etwa monatlich wieder kehrende Zahlungen wie Miete, Strom und Gas oder die Telefonrechnung. Bei einem herkömmlichen Pfändungskonto ist dies in der Regel nicht möglich und birgt für den Schuldner erhebliche Nachteile und Probleme. Der Freibetrag richtet sich nach den persönlichen Verhältnissen des Schuldners. Der genannte Freibetrag ist der so genannte Grundfreibetrag. Dieser kann sich durch Kindergeld und Unterhaltsverpflichtungen erhöhen. Einem verheirateten Familienvater mit zwei Kindern steht ein monatlicher Freibetrag in Höhe von 2215,57 Euro monatlich zu.


Wie wird der Freibetrag erhöht?

Leider wissen viele Menschen nicht einmal, dass sie ihren Freibetrag auch erhöhen lassen können. Erhältlich ist eine Bescheinigung, die von Sozialleistungsträgern, Familienkassen, Arbeitgebern oder anerkannten Schuldnerberatungsstellen ausgestellt werden. In dieser Bescheinigung werden alle Freibeträge eingetragen, soweit sie berechtigt sind. Die Bescheinigung muss dann bei der Bank vorgelegt werden. Ohne die Bescheinigung wird alles über die Summe von 1028,89 Euro weggepfändet. Das kann für eine Familie mit Kindern äußerst unangenehme Folgen haben, denn das gepfändete Geld wiederzubekommen ist nahezu unmöglich. Auch wenn der Fehler bei der Bank liegen sollte, bleibt dem Kontoinhaber nur noch der Weg der Klage und der kann langwierig werden.


Wer kann ein P-Konto eröffnen?

Grundsätzlich kann jeder sein Girokonto in ein P-Konto umwandeln lassen. Die Bank oder Sparkasse darf dies nicht verwehren, das Recht auf ein P-Konto ist ein gesetzlich verbrieftes Recht (§ 850k VII ZPO). Um einen Missbrauch zu verhindern, zum Beispiel um mehrere Freibeträge illegal zu sichern, wird das P-Konto bei der Schufa eingetragen. Kontoinhaber, die mehr als ein Girokonto führen, dürfen nur ein Girokonto in ein P-Konto umwandeln lassen. Das Führen mehrerer P-Konten ist verboten.


Was kostet ein P-Konto?

Die Kosten für ein P-Konto sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Dies bedeutet konkret, jede Bank und Sparkasse kann die Kosten für ein P-Konto selbst festlegen. Die Bundesregierung ging mit der Einführung des P-Kontos davon aus, dass ein P-Konto zu den allgemeinen Preisen eines normalen Girokontos geführt wird. Leider hat sich in der Praxis gezeigt, dass einige Banken die Umwandlung des P-Kontos nutzen, um die Gebühren zu erhöhen. Es kann sich also lohnen die Angebote für P-Konten zu vergleichen. Vorsicht ist geboten bei so genannten Vermittlungsangeboten für P-Konten. Unseriöse Vermittler versuchen mit Lockangeboten Vermittlungsgebühren zu kassieren. Es kann nur davon abgeraten werden diese kostenpflichtigen Angebote nicht in Anspruch zu nehmen, sondern direkt bei der eigenen Bank eine Umwandlung des Girokontos zu beantragen. Die Umwandlung selbst ist kostenlos, daher ist die Berechnung von Gebühren völlig unsinnig. Lehnt die Bank ein P-Konto ab, kann man als Alternative noch ein so genanntes "Konto für Jedermann" beantragen. Das Konto für Jedermann wird auf Guthabenbasis geführt und gewährt keinen Kreditrahmen, auch keinen Dispositionskredit. In den letzten Jahren hat sich in der Praxis gezeigt, dass fast jede Bank oder Sparkasse ein Konto für Jedermann eröffnet.