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Zinserhöhungen variieren stark


Montag 08.08.2011 - Rubrik: Girokonto



Der Kreditmarkt wirkt im Moment etwas unentschlossen. Schoss der DAX in der letzten Woche Richtung Keller, zeigen sich Banken und Sparkassen bei Zinserhöhungen für Ratenkredite sehr unentschlossen. Die Zinsen für den Dispokredit steigen jedoch unaufhörlich weiter. Eine seltsam anmutende Situation, selten sieht man den Finanzmarkt so unschlüssig. Befinden sich die Zinssätze für Ratenkredite derzeit noch in einer Niedrigzinsphase, geht es bei den Dispozinsen bald kaum noch teurer. Der durchschnittliche Zinssatz für einen Dispokredit liegt mittlerweile bei 11,37%. Die FHM hat den durchschnittlichen Zinssatz für die geduldete Überziehung des Dispokredites auf 15,74% p.a. berechnet. Gerade einmal ein Zehntel dieses Zinssatzes erhalten Bankkunden im Durchschnitt als Guthabenzins auf ihr Tagesgeldkonto.


Dispokredit kostet jährlich hunderte Euros

Der Dispokredit gehört zu den teuersten Krediten, er kostet jährlich hunderte Euros. Kaum ein anderer Kredit ist so einfach zu erhalten. Ein Girokonto, einen festen Wohnsitz in Deutschland und ein Einkommensnachweis der letzten drei Monate, mehr benötigt der Kontoinhaber nicht und schon bekommt er das Dreifache seines Nettomonatsgehaltes als Dispokredit genehmigt. Wer also etwa 1.700 Euro netto verdient, bekommt schnell einen Dispokredit von 5.000 Euro. Wer diesen nur zur Hälfte ausnutzt und 11,3% Zinsen zahlt, muss dafür jährlich 280 Euro Zinsen zahlen. Wird der Dispokredit voll ausgeschöpft, sind es mehr als 500 Euro. Das sind monatlich mehr als 40 Euro Zinsen. Einige Banken liegen sogar noch über dem durchschnittlichen Zinssatz, andere wiederum bieten auch günstigere Angebote.


Ratenkredite sehr zögerlich mit Zinserhöhungen

Sieht man sich die Zinsen für einen Ratenkredit an, dann liegen diese häufig deutlich unter dem Zinssatz für den Dispokredit. Trotz Eurokrise, Schuldenkrise in den USA und Turbulenzen an den Börsen zeigen sich die Banken und Sparkassen allgemein zögerlich bei Zinserhöhungen für den Ratenkredit. Schuld daran ist wohl auch der enorme Konkurrenzdruck, denn nichts ist einfacher als ein Ratenkreditvergleich. Außerdem fürchten wohl viele Banken um ihren guten Ruf, denn Ratenkredite werden stark nachgefragt. Erhöht sich hier der Zinssatz, halten viele Verbraucher die kreditgebende Bank allgemein für zu teuer und wechseln. Der Ratenkreditzins gilt auch als Kreditbarometer, bleibt er relativ konstant, stärkt dies das Vertrauen der Verbraucher.


Das Hintertürchen Dispokredit

Die Strategie der Banken nehmen viele Kunden gar nicht richtig wahr. Während der Ratenkredit auch als Kredit wahrgenommen wird, rückt dieser Fokus bei vielen Bankkunden beim Dispokredit, der gerne auch kurz als Dispo bezeichnet wird, in den Hintergrund. Zinssätze werden kaum verglichen, eine Erhöhung schleicht sich häufig unbemerkt am Verbraucher vorbei. Also erhöhen Banken und Sparkassen stattdessen lieber den Dispozins und zögern eine Zinserhöhung für den Ratenkredit so weit wie möglich hinaus. Ein weiterer Aspekt kommt hinzu, der den Banken den immens teuren Dispokredit sehr einfach macht. Die meisten Kunden schauen offensichtlich nach einem kostenlosen Girokonto. Es locken keine Kontoführungsgebühren, keine Kosten für Kontoauszüge oder andere Gebühren. Über diese Angebote für kostenlose Girokonten vergessen Bankkunden allzu gerne den Zinssatz für den Dispokredit zu vergleichen.


Dab Girokonto


Diese Girokonten sind günstig

Der Überziehungszins der DAB Bank mit 6,95% kann sich sehen lassen. Auch die DKB und die SKG Bank mit jeweils 7,9% gehören noch zu den günstigen Anbietern eines Dispokredites. Etwas darüber mit 9,0%, das Girokonto der ING-Diba und die Netbank. Die Netbank zahlt ihren Kunden sogar noch 1,6% Guthabenzins, wenn regelmäßig Lohn, Gehalt, Rente oder Bafög auf dem Girokonto eingehen. Wer gerne sein Girokonto wechseln möchte und ein kostenloses Girokonto sucht, sollte dennoch nicht vergessen den Dispozinssatz ebenfalls zu vergleichen. Wer vergleicht, kann jährlich gutes Geld sparen, denn die Unterschiede zwischen günstigen 6,95%, 11,3% im oberen Mittelfeld und sagenhaft teuren 14% im ganz oberen Bereich sind beachtlich.



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