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Regierung erklärt Höhe der Dispozinsen als zulässig


Freitag 11.02.2011 - Rubrik: Girokonto



Nun ist es endgültig, die Bundesregierung wird nicht gegen die Höhe der Dispozinsen vorgehen. Verbraucher können ihre Hoffnungen damit endgültig begraben, dass seitens der Regierung eine Regulierung gegen die teils immens hohen Dispozinsen stattfinden wird. Die Entscheidung der Regierung beruht auf einer Kleinen Anfrage der SPD, eine gesetzliche Einführung einer Zinsobergrenze ist nicht vorgesehen. Die Antwort der Regierung erklärt auch die Begründung der Entscheidung, Zinsvereinbarungen werden zwischen beiden Vertragspartnern getroffen und sind grundsätzlich frei. Außerdem seien Verbraucher mittlerweile hinlänglich über die Höhe der Dispozinsen informiert und damit auch sensibilisiert. Hinweise auf mögliche Absprachen unter den Kreditinstituten ließen sich nicht finden, es sei aber eine Studie zur Marktlage in Auftrag gegeben worden.


Niederlage für Verbraucher und Verbraucherschützer

Die Verbraucherschutzminister der Länder hatten die Regierung schon im vergangenen September 2010 aufgefordert sich mit der Höhe der Dispozinsen zu beschäftigen. Außerdem forderten sie eine freiwillige Begrenzung über die Höhe der Dispozinsen. Banken und Sparkassen sollten keinen einseitigen Vorteil aus den Zinssenkungen der Zentralbank in Anspruch nehmen können. Eine freiwillige Obergrenze lehnten Banken und Sparkassen ab, daraufhin wurde die Kleine Anfrage seitens der SPD an die Regierung gestellt, in der Hoffnung, dass eine gesetzliche Regelung gefunden werden könnte.


Dkb Girokonto


Leitzins und Euribor

Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt immer noch auf dem Rekordtief von 1%. Zu diesem Zinssatz leihen sich Banken und Sparkassen ihr Geld von der EZB. Im September 2010 veröffentlichte die Stiftung Warentest eine Untersuchung, die belegen konnte, dass die Höhe der Dispozinsen im Schnitt bei 12,5% liegt, teilweise sogar auf bis zu 17% kletterten. Nach massiven Protesten und Kritik senkten einige Banken und Sparkassen den Dispozins auf durchschnittlich 10%. Damit liegt Deutschland aber immer noch über dem europäischen Durchschnitt. Banken und Sparkassen erklärten jedoch, dass der aktuelle Zinssatz nicht allein nach dem Leitzins berechnet wird, sondern nach dem Euribor und dieser liegt deutlich höher als 1%. Der Euribor bezeichnet den Zinssatz, zu dem sich 57 europäische Banken untereinander Geld leihen. Das bedeutet für den Verbraucher, steigt der Euribor, dann steigen auch die Dispozinsen. Der Euribor bemisst in erster Linie das Vertrauen der Banken untereinander. Ist die Finanzlage stabil und das Vertrauen gut, dann liegt der Euribor relativ niedrig. Sind die Finanzmärkte unruhig, breitet sich gegenseitiges Misstrauen aus, dann steigt der Euribor.


Euribor aktuell bei 1,08%

Nun berufen sich Banken und Sparkassen bei der Bemessung der Dispozinsen auf die Höhe des Euribors. Dieser läge eindeutig höher als der Leitzins. Diese Aussage stimmt aber so nicht, denn der Euribor liegt aktuell (Stand 01.Februar 2011) für eine dreimonatige Anleihe bei 1,08% und für eine sechsmonatige Anleihe bei 1,33%. Damit liegt der Euribor aber nur ganz knapp über dem Europäischen Leitzins, widerlegt also die Begründung der Banken und Sparkassen. Damit bleibt das Ärgernis Dispozinsen für den Bankkunden weiter bestehen. Er hat nur die Möglichkeit selbst einen Girokonto Vergleich zu nutzen und so ein günstiges Girokonto für sich zu ermitteln und die Bank zu wechseln.



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