Kostenloses Girokonto Übersicht Newsartikel Rubrik Girokonto Mehr Transparenz bei Girokonten
Montag 13.09.2010 - Rubrik: Girokonto
Man hat fast das Gefühl, dass insbesondere die Finanzbranche derzeit massiv an einer einheitlichen Struktur innerhalb der Europäischen Union arbeitet - und wie es zusätzlich scheint, ist dies erfolgreich. Seit Kurzem geraten nun auch Girokonten in den Fokus der Verbraucherschützer; das Ganze wurde ausgelöst durch Publikationen der Financial Times Deutschland, die vertrauliche Informationen eines Briefes des Binnenmarktkomissars Michel Barnier veröffentlichte.
Vom Vorteil zum Nachteil
Dieser kritisiert, dass die Gebühren für das Führen eines Kontos europaweit variieren. Von
überdurchschnittlich teuer bis extrem verbraucherfreundlich sind alle Summen dabei. Deutschland
liegt derzeit in der goldenen Mitte mit rund 100 Euro pro Jahr. Was auf den ersten Blick
jedoch als Vorteil erscheint, dient den Banken in Deutschland letztendlich als Argument, das
gegen die Vereinheitlichung auf EU-Ebene spricht.
Schon vor zwölf Monaten wurde kritisiert, dass ein Vergleich zwischen unterschiedlichen
Finanzdienstleistern zur Kontoeröffnung nicht möglich ist. Grund hierfür ist, dass Verbraucher
kaum über anfallende Kosten informiert werden. Die nicht vorhandene Transparenz führt dazu, dass
das Ermessen des Verbrauchers intuitiv und nicht zahlenorientiert erfolgt. Besonders in Ländern
wie Frankreich, Spanien, Österreich und Italien wurde die fehlende Transparenz bemängelt, welche
es verhindert, dass europaweite Richtlinien eingehalten werden können.
Konditionen im EU-Überblick
Misst man Anhand dieser Bedingungen die Lage in Deutschland, ist der Verbraucher durchaus
begünstigt: Mittlerweile sind sogar kostenfreie Girokonten möglich, die ohne einen zusätzlichen
Berater online ermittelt werden können. Die hierfür vorgesehenen
kostenlosen Girokontenvergleiche
sind nur möglich, da sich die Kosten minimal unterscheiden und nur die Produktangebote etwas variabel
sind. Betrachtet man Zusatzleistungen wie Überziehungszinsen, Telefonbanking und die Gebühren für die
Konto-Karten werden die europaweiten Unterschiede erst recht deutlich: In manchen Ländern werden rund
300 Euro jährlich dem Verbraucher in Rechnung gestellt. Am günstigsten sind die Finanzinstitute in
Portugal, Bulgarien und Belgien. Deutschland hat auch bei diesen Konditionen wieder die goldene Mitte
mit etwa 100 Euro pro Jahr getroffen. Die günstigen EU-Länder liegen im Vergleich dazu bei
50 Euro jährlich.
Die Notwendigkeit des Girokontos erkennen und nutzen
Der langersehnte europäischen Binnenmarkt scheitert an genau diesen Unterschieden - ein
Girokonto benötigt und vor allem verwendet jeder; der grenzüberschreitende Zahlungsverkehrt
bleibt entsprechend aus. Mit der Möglichkeit des Angebotvergleiches werden nicht nur
europaweite Zahlungen für den Kunden leichter, nein, es würde auch automatisch zu einer
Stärkung des Vertrauens in die Finanzbranche führen. Um derartige Vergleiche zu gewähren, müssen
Banken sämtliche, anfallenden Kosten definieren - die damit verbunden Transparenz gibt
Sicherheit. Ganz gleich welche Produkte angeboten werden, ob ein Girokonto eröffnet oder
geschlossen werden soll: Der Verbraucher muss jederzeit wissen, was finanziell geleistet werden
muss, um das für sich passende Finanzinstitut ausfindig zu machen.
Das Argument der Lobbyisten
Gegen die Offenlegung aller Kosten sträuben sich jedoch nicht nur die Länder, bei denen die
Messlatte etwas willkürlich erscheint, nein, auch deutsche Lobbyverbände äußern sich alles
andere als positiv über die mögliche Forderung, dass alle Kosten offengelegt werden
sollen. Während Verbraucherschützer das Interesse der Transparenz deutlich unterstützen,
machen sich die Lobbyisten die Grenze des Mittelfeldes zu Eigen. Aufgrund der positiv bewerteten
Lage in Deutschland, sieht unter anderem der BdB, Bundesverband deutscher Banken, keine
notwendige Anforderung eine Vereinheitlichung zu bezwecken, da die Verbraucher in Deutschland
nicht benachteiligt sind. Die so genannten Transparenzanforderungenwerden von den Banken
eigenständig geleistet, eine Regulierung von außen - insbesondere auf EU-Ebene - wird
dementsprechend abgetan.
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