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Einheitliche Kontonummern in Europa


Montag 27.12.2010 - Rubrik: Girokonto



Europa soll noch einheitlicher werden, neben dem europäischen Zahlungsmittel sollen nach dem Willen der EU-Kommission nun auch europaweite Kontonummern eingeführt werden. Deutschland steht dem Vorhaben nicht so ganz optimistisch gegenüber, denn für deutsche Konten würde die einheitliche Kontonummer etwas komplizierter werden. Aus den bis jetzt 9-10stelligen Kontonummern würden dann 22stellige Kontonummern werden. Sollte EU-Kommissar Michel Barnier sein Vorhaben wie geplant umsetzen können, dann werden die neuen Kontonummern schon ab 2012 Realität werden.


Deutsches Finanzministerium und Verbraucherschützer reagieren mit Ablehnung

Obwohl die EU-Kommission ihr Vorhaben mit allerlei Sparpotenzial und anderen Erleichterungen schmackhaft machen möchte, reagiert Deutschland mit Ablehnung. Verwirrte Kunden, falsch ausgefüllte Überweisungen und zusätzliche Kosten, die möglicherweise entstehenden Schäden überwiegen den Nutzen der europäisch einheitlichen Kontonummern nicht. Ein Ländercode, zwei Sicherheitsziffern und die Bankleitzahl, diese Zahlen müssten sich zukünftig alle EU-Bürger merken und korrekt in das Überweisungsformular einfügen. Die neue EU-Kontonummer würde dann in Zukunft so aussehen: DE02 1005 0000 0123456789 statt wie bisher so: 0123456789.


Sepa-System soll 125 Milliarden Euro einsparen

Das Sepa-System ist keineswegs nur, sondern wurde schon 2008 auf freiwilliger Basis eingeführt. Wie die EU-Kommission bekannt gab, wird das System aber bis jetzt kaum genutzt, lediglich rund 10% aller Überweisungen im Euro-Raum werden mit dem Sepa-System getätigt. EU-Kommissar möchte das System nun endlich zur Pflicht machen und damit Kosten sparen. 125 Milliarden Euro in sechs Jahren, so lautet seine Einschätzung, aber auch nur, wenn alles glatt läuft und der Bankkunde in Europa ohne größeren Fehler mit dem neuen System zurechtkommt. Neben dem Sparpotenzial sieht Barnier das System auch als weit kundenfreundlicher an, denn Bankkunden wären nicht mehr nur auf landesinterne Banken angewiesen, sondern könnten innerhalb der EU-Zone ihre Bank frei wählen. Die Kosten für Bankdienstleistungen sind in Europa sehr unterschiedlich geregelt und die Spanne groß. Muss ein Bankkunde in den Niederlanden im Durchschnitt jährlich 45 Euro für sein Konto zahlen, sind es in Italien schon stattliche 253 Euro. Der Systemwechsel soll laut Barnier für alle EU-Staaten und auch den Bankkunden deutlich mehr Vorteile erbringen. Der Bankkunde werde in Zukunft nur ein einziges Bankkonto benötigen, Überweisungen werden schneller, billiger und sicherer durchgeführt werden können.




Andere EU-Länder bereits Vorreiter

Während man in Deutschland noch mit Ablehnung reagiert, ist das Sepa-System in anderen EU-Staaten schon längst erfolgreich eingeführt worden. Luxemburg und die neuen EU-Mitglieder haben das Sepa-System bereits zur Pflicht gemacht, weitere Länder führen sowohl das alte als auch das neue System erfolgreich parallel. Die von EU-Kommissar Barnier vorgelegte Verordnung muss aber noch rechtliche Hürden nehmen, das EU-Parlament und der Europäische Rat müssen erst noch zustimmen, bevor es für die EU einheitliche Kontonummern geben wird. Sollte die Verordnung auf breite Zustimmung stoßen, dann rechnet man damit, dass spätestens Anfang des Jahres 2013 bereits alle Kunden die neuen Kontonummern für nationale Überweisungen nutzen müssen, für das Lastschriftverfahren soll die Umstellung bereits 2014 vollzogen sein. Ob Deutschland seinen Widerstand aufrecht erhalten wird, ist fraglich. Da das Sepa-System in anderen EU-Ländern bereits erfolgreich eingeführt wurde, wird sich noch herausstellen, ob Deutschland sich gegen eine zustimmende Mehrheit durchsetzen kann.



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