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Dispozinsen bald noch teurer?


Montag 13.12.2010 - Rubrik: Girokonto



Ende Oktober berichteten wir über die Senkung der Dispozinsen. Nach starker Kritik der Verbraucher und Verbraucherschützer, über die zum Teil unverschämt hohen Dispozinsen, reagierten einige Banken und senkten den Dispozins. Doch damit soll nun bald wieder Schluss sein und Experten erwarten, dass der Dispozins spätestens im neuen Jahr wieder deutlich ansteigt.


Zinssätze gekoppelt an den Referenzzins

Im Durchschnitt müssen Bankkunden rund 11% Dispozinsen zahlen, ärgerlich, wenn man sich den aktuellen Leitzins genau anschaut, denn dieser liegt seit geraumer Zeit bei genau 1%. Das bedeutet, Banken und Sparkassen können sich für einen Zinssatz von 1% Geld leihen und verleihen das Geld dann wieder an den Bankkunden zu einem Dispozins von bis zu 13%. Vor allem die Commerzbank und die Postbank treiben es noch bunter mit den Dispozinsen und liegen noch über den 13%. Ein einträgliches Geschäft für Banken. Nun soll ausgerechnet die überarbeitete Verbraucherkreditrichtlinie der Auslöser für eine erneute Dispozinssteigerung sein. Eigentlich sollte die neue Richtlinie mehr Transparenz für den Verbraucher bedeuten, doch scheinbar wird genau das Gegenteil eintreten. Mit der neuen Richtlinie sind Banken verpflichtet ihre Zinssätze an den Referenzzins zu koppeln. Und genau dies soll der Auslöser für eine erneute Zinssteigerung sein.


Zinsanpassung nach eigenem Ermessen der Banken

Einer Untersuchung zufolge passen von 30 befragten Banken 29 Banken ihre Zinsen an den Referenzzins an. Der Referenzzins orientiert sich in erster Linie am EZB-Leitzins und am Euribor. Das Problem für den Kunden: Liegt der Referenzzins auf einem niedrigen Niveau, dann fallen die Zinsen ein wenig, erhöht sich aber der Referenzzins, dann erhöhen sich auch die Zinssätze für den Kunden. Experten gehen davon aus, dass im nächsten Jahr der EZB-Leitzins wieder steigen wird. Damit steigt auch der Referenzzins und als Folge auch die Zinssätze für den Verbraucher. In den Geschäftsbedingungen der Commerzbank ist nachzulesen, dass die Commerzbank Zinsveränderungen des Referenzzins 1:1 an den Kunden weitergeben. Auch die Postbank hat eine ähnliche Regelung in ihren Geschäftsbedingungen. Erhöht sich der Drei-Monats- Euribor, um mehr als 0,20 Prozentpunkte, erhöht die Postbank ihren Sollzins um genauso viele Prozentpunkte. Auch hier wird also die Zinserhöhung ohne Spielraum an den Kunden weitergegeben. Andere Banken formulierten die mögliche Zinserhöhung mit einer ganz vagen Aussage: Man könne den Zinssatz nach billigem Ermessen anpassen. Eine sehr kleine Hoffnung für den Bankkunden, denn bis jetzt bedeutete das billige Ermessen immer eine Anpassung zu Ungunsten des Kunden und zu Gunsten der Bank. Da bleibt die Frage offen, wieso sich dies plötzlich ändern sollte. Allerdings ergibt sich auch eine rechtliche Problematik aus dieser Aussage, denn der Bundesgerichtshof hat festgelegt, dass Zinsen eben nicht nach eigenem Ermessen festgelegt werden dürfen, es muss eine strenge Orientierung am Referenzzins erfolgen. Eigentlich war diese Regelung gedacht, um den Kunden vor Benachteiligungen zu schützen und eine einheitliche Regelung zu schaffen. Den Fall einer Zinserhöhung hat man dabei wohl nicht bedacht. Daraus ergibt sich erneut eine fehlerhafte Verbraucherkreditrichtlinie, die den Verbraucher wieder einmal nicht wirklich schützt.


Dab Girokonto


Politik könnte handeln

Ein Handeln der Politik wäre möglich, denn Abhilfe würde eine gesetzliche Begrenzung zwischen Überziehungs- und Referenzzins schaffen. Allerdings wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vor der nächsten Zinserhöhung geschehen, so dass der Verbraucher die nächste Zinserhöhung tragen muss. Und selbst wenn die Politik die Richtlinie noch einmal ändern würde, steht in den Sternen wann die Zinssätze wieder fallen.


Verbraucher sollten verhandeln

Verbraucher müssen dem Geschehen nicht tatenlos zusehen. Langjährige Kunden einer Bank, mit einem gewissen Vermögen, sollten das Gespräch mit ihrem Berater suchen und verhandeln. Die Zinssätze sind keineswegs so festgeschrieben, dass der Bank kein Spielraum bleiben würde. Das Argument, es gäbe schließlich noch viele andere Kreditinstitute mit günstigeren Zinssätzen, wird vielleicht so manchen Berater den Zinssatz etwas anpassen lassen und zwar zu Gunsten des Kunden. Denn auch Banken stehen unter Druck, mit zunehmender Popularität der Direktbanken wird um jeden Kunden geworben und gekämpft. Außerdem haben auch weniger vermögende Kunden die Möglichkeit die Bank zu wechseln. Niemand ist Jahrzehnte an seine Bank gebunden. Mit einem Girokonto Vergleich lassen sich die verschiedenen Girokonto Angebote bequem vergleichen und günstige Zinssätze ermitteln. Der Kunde sollte nicht allein auf die Kulanz seiner Bank setzen, er hat durchaus die Möglichkeit selbst Druck auszuüben.



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