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Der Ärger um das P-Konto hört nicht auf


Freitag 28.10.2011 - Rubrik: Girokonto



In unserem letzten Newsbericht haben wir über die Entwicklung des P-Kontos, auch als "Konto für Jedermann" bezeichnet, berichtet. Nach unseren heutigen Recherchen sind wir erneut auf einen Bericht gestoßen der belegt, dass der Ärger um das P-Konto nicht aufhört und spätestens mit der endgültigen Einführung Anfang Januar 2012 in ein Chaos führen wird. Offenbar nutzen Banken und Sparkassen die gesetzlich verpflichtende Umstellung, um den Kunden mit enorm hohen Gebühren zu belasten, teilweise sogar bloßzustellen und die Umstellung durch schwer verständliche Schikanen zu erschweren. Lediglich Privatbanken haben eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet, allen anderen Banken und Sparkassen bleibt es selbst überlassen ihren Kunden ein P-Konto anzubieten. Die Not der Menschen wird zum Teil schamlos ausgenutzt. Verbraucherschützer und Schuldnerberater schlagen wieder einmal Alarm, die Zeit wird knapp, die Regierung befindet es aber bis zum heutigen Tag nicht für nötig eine gesetzliche Grundlage für das P-Konto (Pfändungsschutz-Konto) zu schaffen. Das Pfändungsschutz-Konto ist ab dem 01.01.2012 die einzige Möglichkeit den Pfändungsschutz zu erhalten. Der Weg über das Vollsteckungsgericht fällt mit diesem Datum weg.


Es sollte eine unbürokratische Lösung werden

Das eigentliche Ziel der Regierung, eine unbürokratische Lösung zu finden, scheint zumindest bis jetzt vollkommen misslungen zu sein. Der Gesetzgeber hat das P-Konto vorgestellt, das finanzschwachen Kunden die Möglichkeit geben sollte das Existenzminimum ohne großen bürokratischen Aufwand erhalten zu können. Gläubiger können das P-Konto nicht mehr blockieren, die pfändungsfreie Summe von 1028,89 Euro monatlich für eine Person verbleibt automatisch auf dem Konto. Miete und Lebensunterhalt sollen so besser geschützt werden, der Weg zum Amtsgericht und die damit verbundenen bürokratischen Umstände sollten eigentlich abgeschafft werden. So gut der Ansatz, so schlecht die Umsetzung. Viele Banken erschweren ihren Kunden die Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto und kommen der Aufforderung nur sehr zögerlich nach.




Umwandlung kostenlos- Gebühren horrend

Die Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto soll kostenlos sein und hat der Verbraucher den Weg dorthin erst einmal geschafft, kann er sich schon glücklich schätzen. Doch dann werden Gebühren berechnet, die mit keinem vernünftigen Grund zu rechtfertigen sind. Bis zu 27,00 Euro monatliche Kontoführungsgebühren werden berechnet. Wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz berichtete, werden Kunden sogar mitunter in der Schalterhalle öffentlich bloßgestellt. Ein Unding, sieht man sich einmal die vielen kostenlosen Girokonten an und die zahlreichen Girokonten, die mit weitaus geringeren Kontoführungsgebühren geführt werden. Die enorm hohen Gebühren für das P-Konto sind nicht gerechtfertigt, denn mit der Umstellung vereinfacht sich auch der Aufwand für die kontoführende Bank. Da Gläubiger ein P-Konto nicht mehr blockieren können, sind keine manuellen Eingaben nötig, Buchungen können wie gewohnt ausgeführt werden. Doch auch nach Abmahnungen und unterzeichneten Unterlassungserklärungen stellt sich ein Großteil der Banken und Sparkassen stur. Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden vermutet, dass Banken und Sparkassen erst auf ein höchst richterliches Urteil warten, bis sie ihr Vorgehen ändern.


Teure Kontoprodukte für Menschen in Not

Mit der Gesetzeslücke hat die Regierung Tür und Tor geöffnet in Not geratene Kunden auszubeuten und deren Not regelrecht auszunutzen. Verbraucherschützer fordern erneut, dass gesetzlich festgelegt werden muss nach der Umwandlung das P-Konto zu den gleichen Gebührensätzen wie vorher weiter zu führen. Hinzu kommt die Forderung, dass der Bankkunde die Umwandlung gesetzlich einklagen kann. Zu beiden Forderungen fühlt sich die Regierung nicht verpflichte und sieht nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Im Januar erwarten Verbraucherschützer dann endgültig ein Chaos. Nicht nur die beiden Forderungen werden erfüllt, in vielen Banken ist nicht klar welche Formulare anerkannt werden und wo sie ausgestellt werden können. In vielen Fällen wurden wasserdichte Bescheinigungen nicht anerkannt, weil der zuständige Berater die Formulare nicht anerkannt hat. Teilweise geschieht dies aus reinem Unwissen, teilweise werden Bankkunden so schikaniert, um die endgültige Umstellung hinaus zu zögern. Ganz besonders problematisch wird es für Familien, deren Freibetrag sich für jedes einzelne Familienmitglied erhöht. Die Existenzsicherung wird bedroht, der Kunde wird gar nicht oder nur sehr unzureichend beraten. Da nur ein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umgewandelt werden kann, ist der Verbraucher verpflichtet bei seiner Bank zu bleiben und kann kaum bis gar nicht wechseln. Denn welche Bank eröffnet einem finanziell schwachen Kunden gerne ein Girokonto? Diese Frage kann man sich sehr leicht selbst beantworten. Lesen Sie zur aktuellen Problematik auch unseren Informationsartikel zum Thema P-Konto. Wir raten jedem betroffenen Bankkunden die Umwandlung noch vor dem 01.01.2012 vorzunehmen und so das Einkommen und Sozialleistungen vor der Pfändung zu schützen.



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