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Das P-Konto darf nicht teurer als ein Girokonto sein


Freitag 18.03.2011 - Rubrik: Girokonto



Das P-Konto, auch Pfändungsschutzkonto, ist sehr häufig teurer als ein normales Girokonto. Doch wer ein P-Konto benötigt, befindet sich in einer schwierigen finanziellen Situation, denn das P-Konto soll den Kontoinhaber vor einer Pfändung schützen. Und genau in einer solchen Lage muss der Kontoinhaber auch noch teure Gebühren bezahlen, die nicht selten ein Vielfaches über den Gebühren für ein normales Girokonto liegen. Das Vorgehen der Banken ist gesetzeswidrig, wurde aber erst nach massiven Protesten von Verbraucherschützern geändert. Dazu bedurfte es aber erst einer Abmahnung, die vorherige öffentliche Kritik wurde seitens der Banken zunächst ignoriert.


Volksbank Mittelsachsen kein Einzelfall

Ausgelöst wurde die erneute Diskussion von der Verbraucherzentrale Sachsen. Diese hatte festgestellt, dass die Volksbank Mittelsachsen für ein P-Konto monatliche Gebühren in Höhe von 15 Euro berechnet. Ein normales Girokonto hingegen wird für monatlich 6 Euro geführt. Die Verbraucherzentrale Sachsen schickte der Bank eine Abmahnung, erst daraufhin wurden die Gebühren des P-Kontos dem normalen Girokonto angepasst und betragen nun ebenfalls 6 Euro. Die Volksbank Mittelhessen ist lange kein Einzelfall, denn das Vorgehen der Banken ist dem Verbraucherzentrale Bundesverband lange bekannt. Prinzipiell hat der Gesetzgeber festgelegt, dass es für die P-Konten keine zusätzlichen Gebühren geben darf. Denn bei dem P-Konto handelt es sich keineswegs um ein neues Produkt, wie die Banken gerne argumentierten, sondern vielmehr um ein normales Girokonto, welches lediglich umgewandelt wurde. Das P-Konto wurde im Juli 201 eingeführt und sichert dem Kontoinhaber den derzeitigen Freibetrag von rund 985 Euro monatlich. Dieser Freibetrag darf nicht gepfändet werden und ist so vor dem Zugriff der Gläubiger gesichert. Sollten noch Unterhaltsverpflichtungen oder der Bezug von Kindergeld hinzukommen, kann der Freibetrag auf Antrag auch erhöht werden. Wir berichteten bereits im Dezember 2010, siehe: P-Konto- Schutz oder Abzocke?


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Der Zentrale Kreditausschuss beim Bundesverband Deutscher Banken widerspricht

Eine Sprecherin des Zentralen Kreditausschusses beim Bundesverband Deutscher Banken widerspricht dem Vorwurf und äußerte, dass man nicht pauschal kritisieren dürfe. Ihrer Meinung nach hat der Bankkunde genau wie beim Girokonto auch, die Möglichkeit zu vergleichen. Weder wird jedes Girokonto kostenlos geführt, noch seien die Gebühren hier einheitlich geregelt. Sie sieht die Lage genauso beim P-Konto. Der Kunde kann mit einem Vergleich der P-Konten durchaus sparen, indem er verschiedene Anbieter miteinander vergleicht und sich für einen günstigeren Anbieter entscheidet. Der Zentrale Kreditausschuss des Bundesverbandes Deutscher Banken geht nicht konform mit der Argumentation der Verbraucherzentralen. Da mit einem P-Konto ein höherer administrativer Aufwand verbunden ist, dürfe ein P-Konto sehr wohl teurer sein als ein normales Girokonto. Der Kreditausschuss räumte aber auch ein, dass die Gebühren im Verhältnis zum Aufwand liegen müssten. Und diesen Aufwand bemessen Verbraucherzentralen scheinbar anders als die Banken selbst.


Wie hoch dürfen Zusatzgebühren ausfallen?

Verbraucherschützer haben errechnet, dass die Führung eines P-Kontos im Durchschnitt etwa 5-6 Euro teurer sein. Demnach wären Gebühren für ein P-Konto in Höhe von maximal 6 Euro durchaus angemessen. Nach dieser Berechnung müssen sich aber nicht grundsätzlich richten, denn jede Bank kann ihre Gebühren selbst berechnen und begründen. Genau wie beim Girokonto bieten einige Banken ein kostenloses Girokonto an, andere wiederum berechnen unter bestimmten Voraussetzungen Gebühren. Eine einheitliche Gebührenordnung für das P-Konto wird es wohl auch in Zukunft nicht geben. Dem Kunden bleibt letztlich nur die Möglichkeit die Angebote für P-Konten zu vergleichen und ein günstiges P-Konto auszuwählen. Neben den Gebühren sollten auch die zusätzlichen Leistungen verglichen werden, denn einige Banken schränken diese ein. Unter Umständen muss der Kunde auf die Bereitstellung einer Kreditkarte verzichten, ein Vergleich lohnt sich, nicht nur um Gebühren zu sparen. Die Verbraucherzentralen werden das P-Konto weiterhin beobachten, denn grundsätzlich halten sie das Angebot für richtig und notwendig.



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