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Wer zahlt für den EC-Karten Betrug?


Montag 30.05.2011 - Rubrik: Banken



Die Redaktion hat vor ein paar Wochen schon einmal über das so genannte "Skimming" an Geldautomaten berichtet. Abzocker sammeln in ganz großem Stil Kundendaten und räumen Konten leer. Der Markt ist mittlerweile so riesig geworden, dass tatsächlich schon nachzulesen gewesen ist, dass sich Betrüger über die fallenden Preise für Kreditkartendaten beschweren. Bislang haben Banken ihren Kunden den Schaden einfach ersetzt, die Dunkelziffer geschädigter Bankkunden ist hoch, denn tausende betroffene Kunden haben den Betrug nicht zur Anzeige gebracht, da die Bank den Schaden ersetzte. Aufgrund der immer stärker zunehmenden Ausmaße müssen Banken nun aber umdenken. Jetzt heißt es nicht mehr allein den Schaden zu begleichen, sondern die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, waren 2010 rund 3200 Automaten betroffen und rund 330.000 Karten wurden vorsichtshalber gesperrt. Man geht aber davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen sehr viel höher liegen. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, wurden im letzten Jahr 2500 Automaten ausgetauscht. Die deutschen Banken besitzen aber 11.500 Geldautomaten, jeder Automat kostet zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Die Kosten für den Austausch aller Geldautomaten sind immens hoch. Bereits zu Anfang des Jahres hatte man die EC-Karten Standards verbessert. Bankkunden können nur noch Bargeld mit EC-Karten abheben, die mit der Chiptechnologie EMV ausgerüstet sind.


Sicherheitsmaßnahmen, die der Kunde mit bezahlen muss

Über die Schadenssummen selbst, wird nicht viel bekannt gegeben. Banken fürchten damit den EC-Karten Betrug noch attraktiver zu machen. Laut Schätzungen des Bundeskriminalamtes waren es allein im vergangenen Jahr 60 Millionen Euro, die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen. Ob Minikamera über dem Geldautomaten, Attrappen über der Originaltastatur oder gefälschte Internetseiten, die Betrüger sind äußerst erfinderisch. Die Sicherheitsmaßnahmen müssen dem Erfindergeist der Betrüger immer wieder angepasst werden. Hinzu kommen die Kosten für spezielle Fahnder. Über die Kosten, die für die Sicherheitsmaßnahmen entstehen, hält man sich ebenfalls bedeckt. Zum einen will man den Kunden nicht verunsichern und zum anderen soll nach Möglichkeit nicht die Frage auftauchen, wer die Millionensummen bezahlt. Sicher ist aber, die Banken und Sparkassen schultern diese Kosten nicht allein, der Kunde bezahlt mit.


TARGOBANK


Kleinere Banken teurer

Kleinere Privatbanken werden dabei ihre Kunden stärker belasten, als große Banken, die die Kosten auf viele Schultern mehr verteilen können. Summen wurden bis jetzt nicht genannt und es ist auch nicht zu erwarten, dass Banken und Sparkassen in Zukunft offensiver mit dem Thema umgehen. Die Diskussion um die hohen Gebühren für die Nutzung fremder Geldautomaten reicht den Banken und Sparkassen schon. Direkt wird der Kunde aber nicht belastet. Alle Banken und Sparkassen ersetzen den Schaden umgehend, sofern dem Kunden kein fahrlässiges Verhalten nachgewiesen werden kann. Schäden, die aufgrund manipulierter Geldautomaten entstehen, werden jedoch anstandslos ersetzt. Jedem betroffenen Kunden ist geraten den Schaden umgehend seiner Bank zu melden. Zum einen wird die Summe erstattet und zum anderen sollten weitere Kunden vor dem Betrug geschützt werden, in dem der betroffene Geldautomat umgehend aufgerüstet wird. Wichtig für die Haftung ist auch, dass der Kunde sofort den Betrug meldet. Dazu gehört auch, dass die Kontoauszüge regelmäßig geprüft werden und nicht achtlos abgeheftet werden. Lesen Sie dazu auch unseren Bericht zum Thema Kreditkartensicherheit



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