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Weiterhin Rundumversorgung der Banken


Donnerstag 30.09.2010 - Rubrik: Banken



Rundumversorgung der Banken und Leitzins bleiben bestehen


Die paradoxen Einstellungen zwischen Wirtschaftsökonomen und Finanzexperten spiegeln sich jetzt auch im Handeln der Leitbank wieder. Die bislang angeordnete "Politik der billigen Gelder" wird auch 2011 noch weiterhin bestehen bleiben. Hierzu gehören unter anderem das Halten des Rekordtiefs des europäischen Leitzinses von 1 Prozent und die so genannte Rundumversorgung der Banken. Das heißt, dass so viel Geld wie benötigt wird, von den Banken verliehen werden darf. Diese Aussage alleine deutet in der Theorie nicht auf eine positive Entwicklung seit Ausbruch der Wirtschaftskrise hin, die Praxis hingegen ist eine andere: Während noch im Juni von Finanzexperten ein Wachstum von einem Prozent erwartet wurde, sind es mittlerweile tatsächlich 1,6 Prozent Wirtschaftswachstum. Auch die Prognose der letzten drei Jahre variiert entsprechend - dabei wurden nur 1,2 Prozent Wachstum erwartet, heutzutage ist die Rede von 1,4 Prozent.


Der Blick ins Ausland

Dennoch bleib die Freude über aktuelle Wirtschaftsentwicklungen verhalten, was mit einem Blick ins Ausland leicht zu erklären ist. Hier findet sich auch die Begründung dafür, dass die Maßnahmen der Wirtschaftskrise auch in den folgenden Monaten noch erhalten bleiben.

Nicht nur, dass der Automobilmarkt trotz des August-Wachstums erneut eingebrochen ist, nein, auch der Immobilien - und Arbeitsmarkt wirken im Moment noch besorgniserregend. Sollte es erneut zu einer abrutschenden Rezension kommen, würden vorrangig jene Unternehmen pleite gehen, deren Hauptgeschäft der Export ins Ausland ist. Dadurch dass die EZB die Rundumversorgung, der Banken aufrecht erhält, sind genau solche Unternehmen für den Krisenfall abgesichert.

Die Umstellung des System war zunächst nur bis Oktober geplant - die Änderung generell besteht darin, dass die Summen, die geliehen werden sollen, versteigert wurden: Bis zu einem viertel Jahr konnte man sich Geld leihen. Dass jetzt so viel Geld wie nötig - fast gänzlich unbeschränkt - verliehenwird, ist besonders erstaunlich bei der dreimonatigen Kreditlaufzeit. Während Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank, die krisentauglichen Bedingungen bis mindestens zum 18. Januar vorsieht, munkeln Experten mit Weitblick schon jetzt darüber, ob nicht sogar ein Erhalt bis 2013 denkbar wäre.


Absicherungen bis 2013 denkbar

Betrachtet man die umliegenden EU-Länder, insbesondere diejenigen, die sich eher außerhalb befinden, kann man davon ausgehen, dass vor 2013 keine Erholung von der Wirtschaftskrise erkennbar ist. Genau dieser Zustand verhindert unter anderem das Ausleihgeschäft zwischen den einzelnen EU-Ländern. Sollte Trichet dennoch die Vollzuteilung vorab beenden, ist eine Abschaffung von heute auf morgen undenkbar. Eine langsame Drosselung zurück zum Normalmodus wäre für alle Beteiligten das Ungefährlichste.


Preisstabilität gewünscht, Preisstabilität theoretisch gewährleistet

Wer Trichets Beschluss eindeutig unterstützt, ist der Chef der Bundesbank: Axel Weber ist dafür bekannt, Maßnahmen gegen die Inflation zu begünstigen. Dass die gegenwärtigen Hochrechnungen stabile Preise bis 2011 voraussagen, erklärt weiterhin, die gemeinsame Basis der beiden Finanzprotagonisten.

Auch der Verbraucher hat jedoch mittlerweile die Kehrseite der Medaille entdeckt: Obschon Preisstabilität vorausgesagt wird, sind Zweifel berechtigt. Während die Europäische Zentralbank davon ausgeht, sehen Verbraucher die tatsächlichen Zahlen. Trichet weiß, dass bei einer Teuerungsrate von unter 2 Prozent eine solche Stabilität möglich ist - dennoch sieht der Verbraucher das Wachstum von 1,5 Prozent auf die heutigen 1,6 Prozent. Bislang wurde die Teuerungsrate auf 1,6 Prozent für das kommende Jahr prognostiziert - tatsächlich liegt diese Prognose mittlerweile bei 1,7 Prozent.


Die Sicherheit der Wirtschaftsgemeinschaft hat endlich Priorität

Was man daraus lernen kann? Theorien sind gut und geben Sicherheit - dennoch ist die Wirtschaft nicht ins Detail berechenbar. Eine eigene Dynamik, die nicht von außen steuerbar ist, lässt sich nur in gewissem Maße regulieren - das zeigt sich nicht nur in Krisenzeiten, wie erkennbar ist, sondern auch in Zeiten des offensichtlichen Aufschwungs. Als deutlicher Vorteil kann jedoch gesehen werden, dass die Akteure der Finanzwelt mittlerweile sämtliche Sicherheiten beibehalten, um Wirtschaft und Verbraucher vor einer erneuten Krise zu schützen.



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