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Erste Banken heben Dispozinsen an


Montag 09.05.2011 - Rubrik: Banken



Eine Überraschung ist es nicht wirklich, denn mit der Erhöhung des Leitzinses durch die EZB wurde ´ eine Erhöhung der Dispozinsen von vielen schon erwartet. Pünktlich zum 1. Mai war es dann auch soweit und die ersten Banken haben ihren Dispozinssatz wie erwartet erhöht. Der Dispositionskredit ist der Umsatzgarant für Banken und Sparkassen. Jährlich werden Umsätze im dreistelligen Milliardenbereich generiert. Den Kunden scheint dies wenig zu interessieren, denn die Bereitschaft den Dispokredit in Anspruch zu nehmen ist gleichbleibend hoch. Die Begründung der Banken wird häufig auf den Euribor geschoben, doch dies stimmt nur bedingt. Der Euribor beeinflusst den Dispozins nur bedingt. Mit den Zahlen zwischen dem dritten Quartal 2008 bis Mitte 2010 wird dies deutlich. In diesem Zeitraum sanken die Dispozinsen durchschnittlich von 12% auf 10%. Der Euribor sank im Vergleich dazu von 5% auf unter 1%. Dies machte sich für den Verbraucher in der Höhe der Dispozinsen jedoch nicht bemerkbar. Erklärung: Der Euribor wird täglich berechnet und erfasst den Zinssatz, den Banken in der Euro-Zone bezahlen müssen, wenn sie sich Geld leihen. Tatsache ist also, dass Banken sich sehr billig leihen können, diesen Vorteil aber nicht an ihre Bankkunden weiter geben.


Verbraucherschützer verlangen eine gesetzliche Obergrenze

Die Redaktion hat in den letzten Monaten immer wieder aktuell über das Ärgernis des hohen Dispozinses berichtet. Schon lange verlangen Verbraucherschützer eine gesetzliche Obergrenze für den Dispozins oder wenigstens eine transparente Koppelung an den Euribor. Wie im ersten Absatz erklärt, schieben Banken und Sparkassen zwar den Euribor für Dispozinserhöhungen vor, sieht man sich die Zahlen aber genau an, ist dies lediglich ein Vorwand, der aber so nicht nachzuvollziehen ist. Die Gewinnspanne der Banken ist aber so hoch, dass eine gesetzliche Regelung seitens der Banken konsequent abgelehnt wird und auch die Bundesregierung hat sich dazu schon ablehnend geäußert. Der Dispokredit ist ein Geschäft, das sich für Banken und Sparkassen täglich lohnt und auszahlt. Wird die Miete am Anfang des Monats abgebucht, bevor das Gehalt gutgeschrieben wird, rutscht der Bankkunde ins Minus. Ungeplante und spontane Anschaffungen werden mit dem Dispokredit bezahlt. Dieser wird aber allzu häufig nicht rechtzeitig ausgeglichen, das Minus auf dem Konto verbleibt konsequent. Zum Vorteil für die Banken, für die das Geschäft mit dem bequemen Kredit lohnend ist.


Comdirect und Deutsche Bank erhöhen den Dispozins

Die Comdirect, eine bisher vergleichsweise günstige Bank, hat als eine der ersten Banken ihren Dispozins erhöht. Der Sollzins stieg von 9,9% auf 10,15%. Mit diesem Zinssatz liegt die Comdirect aber immer noch keineswegs an der Spitze. Auch die Deutsche Bank hob erst kürzlich den Dispozins von 12,75% auf 13% in Folge der Leitzinserhöhung an. Wie sich in einem Vergleich herausstellte, sind vor allem regionale Banken und Sparkassen noch teurer. So verlangt die Santander Bank Göttingen 12,55%, die Sparkasse Göttingen sogar satte 14%. Die Volksbank liegt mit 13% in der Mitte der örtlichen Banken und Sparkassen in Göttingen. Die Sparkasse Göttingen verzinst normale Sparanlagen mit unter 1% Guthabenzins. Die Unterschiede zwischen Soll- und Guthabenzins sind kaum zu erklären, zumindest nicht für den Verbraucher. Sieht man sich den Euribor mit unter einem Prozent dazu an, ist die Gewinnspanne wirklich beachtlich.


Nach der Leitzinserhöhung vergleichen

Da eine gesetzliche Regelung abgelehnt wird und jeder Protest der Verbraucherschützer bis jetzt keine Wirkung zeigt, bleibt dem Verbraucher nur das eigenständige Handeln. Wer nicht vergleicht, verschenkt bares Geld. Bei einem Girokonto Vergleich sollte der Verbraucher nicht allein auf die Zusatzangebote achten, mit denen Banken ihre Kunden werben wollen. Ein Bonus zur Kontoeröffnung ist schnell ausgegeben und rechnet sich im Vergleich mit hohen Dispozinsen kaum. Stattdessen kann es günstiger sein auf einen Bonus zu verzichten und von günstigeren Dispozinsen zu profitieren. Interessanterweise zeigen sich zahlreiche Verbraucher einer Umschuldung gegenüber zwar aufgeschlossen, lassen sich aber im Gegenzug den bequemen Dispokredit nur ungerne streichen. Obwohl eine Umschuldung betriebswirtschaftlich nahezu immer Sinn macht, verzichtet kaum jemand auf seinen liebgewonnenen Dispokredit. Dabei sind die Preisunterschiede beachtlich, zahlt man als Bankkunde für seinen Dispokredit durchschnittlich 10% Sollzinsen, sind es bei einem günstigen Ratenkredit gerade einmal im Schnitt 5%. Eine Umschuldung lohnt aber wirklich nur dann, wenn der Verbraucher selbst diszipliniert genug ist und seinen Dispokredit streichen lässt. Schlimmstenfalls muss er am Ende zwei Kredite bedienen.



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