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Das P-Konto als stabile Basis


Dienstag 07.09.2010 - Rubrik: Banken



Trotz Pfändung einen monatlichen Betrag von 985,15 Euro


Für jeden wird es unangenehm, sobald die Pfändung des Kontos droht – damit sind möglicherweise die Gläubiger zwar bezahlt, jedoch bleibt nichts mehr zum Leben übrig. Es können weder Mieten gezahlt werden, noch ist Bargeld verfügbar. Damit die allgemeine Misere nicht zum privaten Ruin und dem damit verbundenen, sozialen Abstieg wird, ist es seit dem 1. Juli 2010 möglich, das private Girokonto in ein so genanntes P-Konto umzuwandeln. Grundlage hierfür ist ein bestehendes Girokonto – doch was im ersten Moment sensationell erscheint, ist im zweiten Moment eine Option die gut durchdacht werden sollte.


Private Verschuldung und der Schutz vor dem sozialen Abstieg

Die Vorteile des Kontos liegen auf der Hand: Man erhält somit – trotz Pfändung – einen monatlichen Freibetrag, mit welchem Mietkosten und Unterhaltskosten gedeckt sind; und das obschon Gläubiger mit Ansprüchen im Nacken sitzen. Die Inszenierung des P-Kontos ist eine Entscheidung, die den gegenwärtigen Statistiken absolut gerecht wird. Insgesamt sind rund drei Millionen private Haushalte nicht mehr liquide – die Überschuldung ist faktisch ein Massenphänomen, das sich für die meisten zu einer langfristigen Schuldenphase entwickelt. Ein Teufelskreis aus dem Verbraucher meist ohne Hilfe nur noch selten eigenständig herauskommen. Bislang erhielten Gläubiger mit der anstehenden Pfändung ein Zugriffsrecht auf das Girokonto – heißt: sämtliche Einnahmen, ungeachtet der Tatsache, woher diese stammen, konnten in Beschlag genommen werden. Mit der Umwandlung in ein P-Konto sind sämtliche Einkünfte bis zu dem Betrag von 985,15 Euro sicher und dürfen vom Finanzinstitut nicht frei gegeben werden.


Das Pfändungskonto im Fall der Ehe

Sollten Kinder und Ehepartner mitversorgt werden müssen, kann der gesetzliche Grundfreibetrag noch erhöht werden. Finanzexperten raten jedoch insbesondere im Falle einer Ehe, dass die Ehepartner zwei Girokonten anlegen – zwei Mal der Grundfreibetrag macht unterm Strich mehr Geld aus, als die Erhöhung des einzelnen Freibetrages zulässt.


Trotz Vorteil die negativen Aspekte betrachten

Obschon die Umwandlung in ein P-Konto jederzeit und vor allem auch innerhalb kurzer Zeit möglich ist, gibt es einige Überlegungen, die man vorab in Betracht ziehen sollte: Es gibt bislang noch keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto, weswegen die Eröffnung eines solchen verwehrt werden kann und im Folgenden entsprechend auch eine Umwandlung in ein P-Konto nicht möglich ist. Zwar kann der Freibetrag frei verwaltet werden, jedoch endet damit die Bewilligung des Dispositionskredites – als Konsequenz der Umwandlung ist es wahrscheinlich, dass der in Anspruch genommene Kredit sofort zurückgezahlt werden muss. Auch Rücklagen können nur bedingt angelegt werden – diese sind nur in Höhe des monatlichen Freibetrages erlaubt, alles darüber hinaus darf von den Gläubigern gefordert werden.


Die Erfahrungen mit dem geschützten Girokonto bis jetzt

Da schon seit dem 1. Juli 2010 solche Umwandlungen genutzt wurden, gibt es demzufolge auch schon kritische Erfahrungswerte. So wurde bemängelt, dass die Kontoführungsgebühren für ein solches P-Konto weitaus höher sind, als man es von den klassischen Konditionen der normalen Girokonten gewohnt ist. Bei manchen liegen diese sogar bei 25 Euro jeden Monat.


Ratsam trotz Kritik

Fazit des neuen P-Kontos: Vergleicht man Vor- und Nachteile miteinander, kommt die Umwandlung in ein P-Konto definitiv für Verbraucher mit Verschuldung in Frage – dabei muss nur die Schuldenhöhe und die damit verbundene Tilgungszeit geklärt werden, damit Rücklagen und beanspruchte Dispositionskredite nicht zu einem eigenständigen Risiko werden.



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